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FFP-Masken: Wie sicher schützen sie wirklich?

01.09.2020

Die Zeit der Maskenknappheit ist vorbei. Längst sind neben selbst genähten Mund-Nasen-Bedeckungen auch ausreichend medizinische Gesichtsmasken sowie immer mehr filtrierende Halbmasken – sogenannte FFP-Masken – erhältlich. Aber wie sicher sind letztere tatsächlich und wer sollte sie tragen?

FFP-Masken gehören zur persönlichen Schutzausrüstung im Arbeitsumfeld.
Jetzt zum Schulbeginn schützen sich vermehrt auch Lehrer durch FFP-Masken.
© iStock.com/Drazen Zigic

FFP-Masken gehören zur persönlichen Schutzausrüstung im Arbeitsumfeld. Offiziell werden sie daher zur privaten Nutzung nicht empfohlen. "Wir haben noch immer zum Teil das Problem, dass Masken nicht in genügender Stückzahl dort sind, wo sie gebraucht werden: im Gesundheitswesen", betont daher auch Jörg Feldmann von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Außer im Gesundheitsbereich empfehlen sich FFP-Masken auch für Menschen, die beruflichen Personenkontakt haben, der den Abstand von 1,5 Metern unterschreitet und bei dem nicht alle einen Mund-Nasen-Schutz tragen. »Das kann etwa der Fall sein, wenn Schüler in der Klasse keinen Mundschutz tragen müssen und der Lehrer sich schützen möchte«, erklärt Feldmann. In Ausnahmefällen, wenn beispielsweise Verdacht auf eine Covid-19-Infektion besteht oder man immungeschwächt ist, könnten jedoch auch Privatpersonen auf entsprechende Produkte zurückgreifen.

Egal, aus welchem Grund man sich für eine FFP-Maske entscheidet – wichtig ist, dass man sich durch das Tragen nicht in falscher Sicherheit wiegt. Dafür spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

  • die Art der Maske
  • die richtige Anwendung
  • die sichere Kennzeichnung

Art der Maske:

"Grundsätzlich gilt: je mehr Filterlagen, desto höher die Klasse. FFP2-Masken können infektiöse Aerosole in der eingeatmeten Luft um bis zu 95 Prozent verringern. Bei FFP3-Masken um bis zu 99 Prozent," so der Experte. Dementsprechend ist der Träger selbst gut geschützt. Nur bei Modellen ohne Ventil besteht auch Fremdschutz, da die Maske die Verbreitung von Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen an andere Menschen weitgehend verhindert. Bei vorhandenem Ventil geht die Atemluft ungefiltert in die Umgebung.

Richtige Anwendung:

Zunächst einmal muss die Maske gut passen und an den Rändern abschließen. Feldmann: "Bärte sind beispielsweise ein Problem, weil dann die Maske nicht dicht sitzen kann. Masken aus dem asiatischen Raum fallen teilweise kleiner aus und die Konfektionierung passt nicht". Mitunter ist es nötig, verschiedene Masken auszutesten, um ein passendes Modell zu finden.

Auch die durch den Hersteller angegebene Tragezeit spielt eine entscheidende Rolle bei der Sicherheit. "Bei den meisten Einwegmasken geben die Hersteller an, dass der Schutz bis zu acht Stunden hält", so Feldmann. "Die Maske darf während dieser Zeit aber nicht durchfeuchten. Sie kann jedoch abgenommen und an die frische Luft gehängt werden." Die Berufsgenossenschaften empfehlen generell, die Maske ohne Ventil nach 75 Minuten abzulegen und eine halbe Stunde Erholzeit einzulegen. Denn das Atmen durch eine FFP2- oder FFP3-Maske fällt deutlich schwerer. Diese Masken sollten nicht aufbereitet werden.

Bei wiederverwendbaren Masken mit austauschbarem Partikelfilter gilt es, genau bei den Herstellerangaben nachzulesen, wie der Wechsel funktioniert. Auch, ob das entsprechende Modell nur den Eigenschutz oder auch den Fremdschutz gewährt, sollten die Herstellerangaben verraten.

Sichere Kennzeichnung:

Normalerweise sind Produkte, die in Europa auf den Markt kommen, geprüft und entsprechend mit dem sogenannten CE-Zeichen zertifiziert. "Aufgrund der Masken-Knappheit zu Beginn der Corona-Pandemie wurde der Markt jedoch auch für außereuropäische Produkte geöffnet, die ähnlichen Schutz versprechen. Diese Regelung gilt allerdings nur übergangsweise, bis zum 31. März 2021", betont Feldmann. Wer eine in Europa zertifizierte FFP2- oder FFP3-Maske kauft, findet darauf das CE-Zeichen sowie die Angabe EN 149. Masken aus den USA, Kanada oder Asien tragen andere Bezeichnungen. Die BAuA hat Informationen über mögliche Kennzeichnungen dieser Produkte zusammengestellt.

Wer eine sichere Maske kaufen möchte, sollte immer die Zertifizierung überprüfen. In der Apotheke vor Ort werden die entsprechenden Produkte in der Regel vorab geprüft. Außerdem kann der Apotheker über die richtige Anwendung beraten. Gerade bei Produkten unbekannter Hersteller aus dem Internet ist Vorsicht geboten. Zum Teil gibt es Fälschungen, manchmal fehlt die Zertifizierung komplett oder die entsprechende Beschreibung der Maske ist irreführend. Unter www.rueckrufe.de lässt sich überprüfen, ob eine Maske bereits als "Gefährliches Produkt" gemeldet wurde. Hier erscheinen unter dem Suchbegriff "Schutzmaske" bereits über 100 Produkte. Auf der Safety-Gate-Seite der Europäischen Union lassen sich entsprechende Masken sogar direkt unter dem Herstellernamen suchen.

Katrin Faßnacht-Lee

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