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Hepatitis wird oft erst spät erkannt

28.07.2015

Um die Aufmerksamkeit für Hepatitis-Virusinfektionen zu erhöhen, ruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich am 28. Juli den Welt-Hepatitis-Tag aus. „Ein Problem ist, dass Lebererkrankungen oft unerkannt bleiben. Daher müssen wir gezielt danach suchen", sagt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender für die Deutsche Leberstiftung.

Um Hepatitis frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können, sind Untersuchungen zur Früherkennung wichtig.
Um Hepatitis zu behandeln, muss die Virusinfektion frühzeitig erkannt werden. Gegen Hepatitis A und B stehen auch Impfungen zu Verfügung.
© Alexander Raths - Fotolia

Mehr als eine Million Menschen sind in Deutschland an Virushepatitis erkrankt. Manns hofft, dass mehr Menschen die so wichtige Früherkennung in Anspruch nehmen. Dafür eignet sich eine Kontrolle der Leberwerte im Blut. Eine frühe Diagnose, die über den Nachweis von Antikörpern und anhand des Erbguts des Erregers gestellt wird, erhöht die Heilungschancen. Denn viele Lebererkrankungen lassen sich gut behandeln. Hepatitis A heilt in der Regel bei gesunden Menschen von selbst aus, Hepatitis B, C und delta können chronisch werden. Die Folgen einer chronischen Leberentzündung können Leberzirrhose und Leberzellkrebs sein.

Gegen Hepatitis A und B stehen Impfungen zur Verfügung. Die Hepatitis-B-Impfung schützt auch vor Hepatitis delta. Laut Deutscher Leberhilfe gibt es gegen Hepatitis E bisher nur in China eine Impfung, von der jedoch fraglich ist, ob sie vor dem in Europa verbreiteten Virentyp schützt. Gegen eine Infektion mit dem Hepatitis C-Virus kann man sich nicht impfen lassen. Allerdings kann bei rechtzeitiger Diagnose eine Hepatitis C-Virusinfektion mit Medikamenten geheilt werden. Die Vorsorge durch eine Impfung ist besonders für Personen mit einem erhöhten Infektionsrisiko zu empfehlen. Nachfolgend lesen Sie, wo die Hauptinfektionsquellen für die verschiedenen Formen der Hepatitis liegen:

Hepatitis A
Für eine Infektion mit dem Hepatitis A-Virus können z. B. unsauberes Trinkwasser, eisgekühlte Getränke, verunreinigte Speisen oder Meeresfrüchte, die nicht durchgegart oder roh verzehrt wurden, verantwortlich sein. Auch wer sich nach dem Toilettengang die Hände nur unzureichend wäscht, geht das Risiko einer sogenannten Schmierinfektion ein.

Hepatitis B
Blut, Sperma und Scheidensekret übertragen die Viren. Die Gefahr einer Ansteckung ist 100-mal so hoch wie beim HI-Virus. Ebenso können kleinere Verletzungen, Tätowierungen oder Piercings unter nicht hygienischen Bedingungen Ursache für eine Infektion sein. Seit 1995 gehört die Impfung gegen Hepatitis B zu den Standardimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes für Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfohlen wird.

Hepatitis C
Die Übertragung des Hepatitis C-Virus erfolgt hauptsächlich über direkten Kontakt mit infiziertem Blut, kann also z.B. auch bei Tätowierungen oder Piercings unter nicht hygienischen Bedingungen übertragen werden. Vor 1992 konnte man sich bei Bluttransfusionen anstecken; heute ist das ausgeschlossen, da alle Produkte auf das Hepatitis-C-Virus getestet werden. Eine frühzeitige Diagnose und eine entsprechende Therapie können weiterführende Schädigungen der Leber verhindern.

Hepatitis delta
Diese Form der Infektion kommt nur bei Menschen vor, die bereits mit dem Hepatitis B-Virus infiziert sind. Die Übertragung erfolgt ebenso wie beim Hepatitis B-Virus über Geschlechtsverkehr und die Benutzung infizierter Nadeln.

Hepatitis E
Eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus ist in Deutschland eher selten. Wie Hepatitis A wird das Virus meist über verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen. Die Infektion heilt gewöhnlich ohne Folgen von selbst aus und wird üblicherweise nicht chronisch. Für chronisch Leberkranke und Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel kann das Hepatitis-E-Virus jedoch lebensgefährlich werden, sagt die Deutsche Leberhilfe.

RF

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