Hitzschlag oder Sonnenstich: Unterschiede, Symptome und Erste Hilfe

Katrin Faßnacht-Lee  |  20.06.2026 09:05 Uhr

In Deutschland herrscht aktuell fast überall sommerliche Hitze. Hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung können die Gesundheit belasten. Woran man einen Hitzschlag oder Sonnenstich erkennt, welche Symptome typisch sind und was im Ernstfall zu tun ist, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.

Frau, hält eine Hand an ihren Kopf.
Wer sich bei hochsommerlichen Temperaturen zu lange ohne Kopfbedeckung in der Sonne aufhält, riskiert schnell einen Sonnenstich.
© Getty Images/iStockphoto

Sonnenstich: Symptome erkennen 

Ein Sonnenstich entsteht, wenn der Kopf über längere Zeit ungeschützt der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Dadurch werden die Hirnhäute gereizt und können anschwellen. Diese Schwellung kann sich auf das Gehirn auswirken.

Typische Symptome eines Sonnenstichs sind:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit bis hin zum Erbrechen
  • Nackensteifigkeit oder Nackenschmerzen als Ausdruck der Hirnhautreizung
  • geröteter Kopf
  • Desorientiertheit

Die Körpertemperatur bleibt bei einem Sonnenstich jedoch normal.

Was tun bei einem Sonnenstich?

Zunächst gilt: sofort aus der Sonne gehen. Anschließend sollte der Kopf mit nassen Tüchern gekühlt werden. Wichtig ist, nicht den gesamten Körper herunterzukühlen. Stattdessen sollte die Körperwärme erhalten bleiben. Weiterhin ist es sinnvoll, die Kleidung für eine bessere Durchblutung zu lockern. Außerdem: Viel trinken, am besten Wasser, Tee oder isotonische Getränke. Alkohol ist tabu.

Hitzschlag: Symptome erkennen

Ein Hitzschlag ist gefährlich und kann lebensbedrohlich werden. Durch Flüssigkeitsmangel produziert der Körper weniger Schweiß, in extremen Fällen kommt die Schweißproduktion vollständig zum Erliegen. Die Wärme kann nicht mehr ausreichend abgegeben werden, wodurch die Körpertemperatur mitunter auf über 39 Grad Celsius ansteigt.

Ein Hitzschlag tritt besonders bei warmer und gleichzeitig feuchter Luft auf, wenn überschüssige Wärme nicht mehr durch kühlenden Schweiß abgeführt werden kann. Das ist beispielsweise bei Gewitterlagen oder Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit schwüler, unbewegter Luft der Fall.

Typische Symptome eines Hitzschlags sind:

  • erhöhte Körpertemperatur
  • zunächst gerötete Haut
  • später zunehmende Blässe und aschfahles Aussehen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Erbrechen mit Blutdruckabfall
  • Bewusstseinsstörungen

Erste Hilfe bei Hitzschlag

Bei einem Hitzschlag muss der Betroffene sofort aus der Hitze gebracht und ein Notarzt gerufen werden. Der ganze Körper muss langsam gekühlt, Atmung und Bewusstsein kontrolliert werden. Erste-Hilfe-Maßnahmen sind: Kleidung lockern, dem Betroffenen Luft zufächeln und den Körper mit feuchten Umschlägen langsam und kontrolliert kühlen. Ist die Person ansprechbar, sollte ihr Oberkörper höher gelagert werden. Ist die Person bewusstlos, sollte sie bis zum Eintreffen des Notarztes in stabile Seitenlage gebracht werden.

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Grundsätzlich gilt bei hohen Temperaturen

  • Ausreichend trinken. Bewährt hat sich warmer Tee, da er Flüssigkeit zuführt und den Körper leicht schwitzen lässt, wodurch eine kühlende Wirkung entsteht. Für Seniorinnen und Senioren besteht bei großer Hitze ein erhöhtes Risiko für Stürze, Austrocknung, Verwirrtheit, Kreislaufkollaps oder Kreislaufstillstand. Wichtig ist außerdem, dass Pflegende, Angehörige und Nachbarn ältere Menschen regelmäßig ans Trinken erinnern. Das kann auch durch einen kurzen Telefonanruf geschehen.
  • Direkte Sonneneinstrahlung vor allem in der Mittagszeit meiden.
  • Wohnräume kühl halten. Hier helfen Jalousien und Vorhänge vor den Fenstern.
  • Körper kühlen, zum Beispiel mit feuchten Waschlappen oder Umschläge auf Stirn, Nacken, Unterarmen und Beinen. Auch Ventilatoren im Zimmer oder Taschenventilatoren für das Gesicht können hilfreich sein.
  • An heißen Tagen sollte die Ernährung angepasst werden. Leichte Kost wie Obst und Gemüse entlastet den Körper.
  • Luftige Kleidung und Kopfbedeckung tragen. Das ist besonders bei ei Säuglingen und Kleinkindern wichtig. Der Kopf ist bei Kindern im Verhältnis zum Körper deutlich größer als bei Erwachsenen, zudem ist die Schädeldecke dünner. Auch schützendes Haar fehlt häufig noch.
  • Schwere körperliche Belastungen vermeiden. Wer beruflich oder privat bei großer Hitze oder hoher Luftfeuchtigkeit körperlich aktiv sein muss, sollte ausreichend trinken, regelmäßige Pausen einlegen und sich der besonderen Belastung bewusst sein.
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