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HDL: Infusion mit "gutem" Cholesterin schützt vor Herzinfarkt

05.11.2012

Eine intravenöse Infusion mit "gutem" Cholesterin, dem sogenannten HDL, könnte das Risiko für einen Herzinfarkt verringern. Dies berichteten australische Forscher auf einer Tagung der amerikanischen Herzgesellschaft in Los Angeles, USA.

Hand mit Infusionsbesteck
Die Idee ist so einfach und doch sind Forscher erst jetzt darauf gekommen: Dem Körper "gutes" Cholesterin per Infusion geben, wenn er nicht genug hat.
© pzAxe - Fotolia

Beim HDL-Cholesterin, das im Blut zirkuliert, handelt es sich um einen Eiweiß-Fett-Komplex, der Cholesterin aus dem Gewebe zur Leber transportiert, wo es unschädlich gemacht wird. "Gut" nennt man es, weil es dadurch beispielsweise Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugt, denn es löst auch das abgelagerte Cholesterin aus den Gefäßwänden verengter Arterien. In ihrer kleinen Studie hatten die Forscher nur einen bestimmten Eiweißstoff aus dem HDL, Apolipoprotein A-1 genannt, gesunden Teilnehmern infundiert. Das führte dazu, dass die Menge an Cholesterin, die aus den Zellen gelöst wurde, sofort anstieg: abhängig von der Dosierung um bis zu 270 Prozent gegenüber dem Ausgangswert. Zudem bildete der Körper plötzlich ein Vielfaches einer bestimmten Cholesterinform, die ebenfalls an der Entfernung von Cholesterin beteiligt ist.

Die neuen Erkenntnisse könnten eine Lücke in der Versorgung des akuten Koronarsyndroms schließen, hoffen die Forscher. In den Tagen und Wochen nach einem Herzinfarkt oder nach typischen Schmerzen in der Brust sei die Gefahr eines weiteren Herzinfarkts besonders groß. Standardmedikamente, wie Acetylsalicylsäure oder andere "Blutverdünner", verhindern zwar die Blutgerinnung, beseitigen aber die eigentliche Ursache nicht – jenes Cholesterin, das mit der Entstehung von Plaques in den Arterien zusammenhängt. Andere Medikamente wie Niacin oder Fibrate, die zur Therapie von zu hohen Blutfettwerten eingesetzt werden, setzen den Forschern zufolge zwar an der Ursache an. Sie erhöhen die Konzentration des HDL-Cholesterins allerdings nur langsam und schützen erst Jahre nach Beginn der Therapie vor Herzinfarkten. Größere Studien sollen jetzt die Effektivität der neuen Therapie untermauern.

HH

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