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Jeder Dritte hat während der Pandemie zugenommen

Natascha Koch  |  05.08.2022

Viele Menschen haben es nicht geschafft, ihr Gewicht während der Corona-Pandemie zu halten: Einer Untersuchung der Technischen Universität München zufolge haben 35 Prozent der Befragten an Gewicht zugelegt, im Schnitt 6,5 Kilogramm. Allerdings haben auch 15 Prozent zum Teil deutlich abgenommen.

Füße auf einer Waage, davor liegt ein Maßband.
Bei jedem zweiten Deutschen hat sich das Gewicht seit der Pandemie zum Teil deutlich verändert - in die eine oder andere Richtung.
© vadimguzhva/iStockphoto

35 Prozent der Deutschen haben im Vergleich zu der Zeit vor der Corona-Pandemie zugenommen – im Durchschnitt 6,5 Kilogramm. Dies berichten die Münchner Forscher, die gemeinsam mit dem Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin (EKFZ) rund 1.000 Erwachsene zwischen 18 und 70 Jahren befragt haben. Zu einer Gewichtszunahme kam es überdurchschnittlich häufig bei Personen, die sich weniger als vor der Pandemie bewegt haben und  denjenigen, die sich seelisch stark belastet gefühlt haben. Ein knappes Drittel der Befragten gab zudem an, mehr und häufiger zu essen. Dabei handelt sich dann meist um Lebensmittel wie Süßwaren, süße Backwaren, Knabberartikel oder Fast Food.

„Leider haben es viele Menschen in der Corona-Pandemie nicht geschafft, ihr Gewicht im Griff zu behalten“, sagt Ernährungsmediziner Professor Dr. med. Hans Hauner, Ernährungsmediziner an der TUM und Leiter des EKFZ. Er befürchtet, dass es dadurch in den kommenden Jahren zu einem Anstieg gewichtsabhängiger und lebensstilbedingter Krankheiten kommen wird. „Es ist damit zu rechnen, dass wir demnächst einen Anstieg der Neuerkrankungen von Typ-2-Diabetes sehen werden.“ 

15 Prozent haben an Gewicht verloren

15 Prozent der Befragten haben jedoch auch ihr Gewicht reduziert – im Mittel um ganze 7,9 Kilogramm. Dabei handelte es sich häufig um junge Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren (19 Prozent) und der Teilnehmenden mit einem Body-Mass-Index von weniger als 20 (18 Prozent). „Es gibt auch Studien, die deutlich zeigen, dass während der Pandemie Essstörungen zugenommen haben“, sagt Prof. Martina de Zwaan, Leiterin der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Als Gründe dafür nennt die Wissenschaftlerin die geringere Möglichkeit, Sport zu treiben, den Verlust von gewohnten und haltgebenden Strukturen, die soziale Isolation sowie eine Zunahme von Depressionen und psychischen Belastungen. Möglicherweise könne auch ein vermehrten Konsum sozialer Medien, die junge Menschen oft mit Schlankheitsidealen konfrontieren, vermehrt zu Essstörungen geführt haben.  

Aufgrund der unterschiedlichen Verhaltensmuster in der Corona-Pandemie raten beide Experten zusätzlich zu besserer Aufklärung und insbesondere zu individuellen Lösungen durch Ernährungsberatung.

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