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Junge Männer haben ein hohes Risiko für Schizophrenie durch Cannabis

ZOU  |  08.05.2023

Junge Männer mit einer Cannabis-Konsumstörung haben ein erhöhtes Risiko, an Schizophrenie zu erkranken. Dies ergab eine Studie in dem Fachmagazin „Psychological Medicine“, für die Gesundheitsdaten aus fünf Jahrzehnten von fast sieben Millionen Menschen in Dänemark ausgewertet wurden.

Mann, hält einen Joint in der Hand.
Cannabis-Konsum steht einer neuen Studie zufolge mit psychischen Erkrankungen in Zusammenhang.
© Adrian Black/iStockphoto

Es gibt viele Risikofaktoren für Schizophrenie, aber in der Auswertung von landesweiten Gesundheitsregistern und Krankenakten richteten die Forschenden ihre Aufmerksamkeit auf Schizophrenie-Fälle, die auf eine Cannabis-Konsumstörung zurückzuführen waren. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass 15 Prozent der Fälle bei Männern im Alter von 16 bis 49 Jahren im Jahr 2021 durch die Prävention von Cannabis-Konsumstörungen hätten vermieden werden könnten. Bei Frauen in dieser Altersgruppe waren es dagegen nur vier Prozent. Bei jungen Männern zwischen 21 und 30 Jahren könnte der Anteil der vermeidbaren Fälle sogar bis zu 30 Prozent betragen.

Die Autoren folgern daraus, dass Cannabis-Konsumstörungen in der Bevölkerung ein wichtiger beeinflussbarer Risikofaktor für Schizophrenie sein könnten, insbesondere bei jungen Männern. Die Studie bestärkt zudem die Annahme aus früheren Untersuchungen, dass der Anteil neuer Schizophrenie-Fälle, denen eine Cannabis-Konsumstörung zugrunde liegt, in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen hat.

Menschen mit einer Cannabis-Konsumstörung können mit dem Gebrauch von Cannabis nicht aufhören, obwohl es negative Folgen für ihr Leben hat. „Die zunehmende Legalisierung von Cannabis in den letzten Jahrzehnten hat es zu einer der am häufigsten konsumierten psychoaktiven Substanzen der Welt gemacht und gleichzeitig die öffentliche Wahrnehmung seines Schadens verringert. Unsere Studie trägt zum wachsenden Verständnis bei, dass Cannabiskonsum nicht harmlos ist und dass Risiken nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt festgelegt sind“, sagte Dr. Carsten Hjorthøj von der Universität Kopenhagen.

Quelle: DOI 10.1017/S0033291723000880

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