Die gesetzliche Krankenversicherung steht weiter unter finanziellem Druck. Trotz 2025 erzielter Überschüsse, lassen stark steigende Ausgaben die Beitragssätze 2026 weiter klettern. Was das für Versicherte im neuen Jahr bedeutet und wo die Kostentreiber liegen.

In den ersten drei Quartalen 2025 erzielten die 94 gesetzlichen Krankenkassen einen Überschuss von 3,6 Milliarden Euro. Dieses Plus dient vor allem dazu, die stark geschrumpften Rücklagen wieder aufzufüllen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken warnt daher vor falschen Erwartungen. „Die erzielten Überschüsse der Krankenkassen sollten keine falschen Schlüsse zulassen: Die gesetzliche Krankenversicherung steht unter größtem finanziellen Druck.“
Grund dafür: Die Ausgaben stiegen um 7,8 Prozent, deutlich stärker als die Einnahmen mit 5,3 Prozent. Mit Reserven von 5,4 Milliarden Euro liegen die Kassen weiterhin knapp unter der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreserve. Um ihre Rücklagen zu stabilisieren, müssen viele Krankenkassen die Zusatzbeiträge anheben. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag lag Ende September bei 2,94 Prozent und damit klar über dem ursprünglich für 2025 kalkulierten Wert von 2,5 Prozent.
Hauptgrund für die Ausgabendynamik sind Krankenhausbehandlungen. Ihre Kosten stiegen um fast 10 Prozent. Auch Ausgaben für Pflegepersonal, psychiatrische Leistungen, ambulante Operationen, Arzneimittel sowie medizinische Behandlungspflege legten zu. Verwaltungskosten wuchsen dagegen vergleichsweise moderat.
Für 2026 rechnet das Gesundheitsministerium mit einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent. In der Realität sieht das je nach Krankenkasse oft anders aus. Laut Branchenexperten liegt der Zusatzbeitrag im Durchschnitt zu Jahresbeginn 2026 schon deutlich über 3 Prozent. Rund 30 Millionen Versicherte seien von Beitragserhöhungen betroffen.
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