Gesundheit

Krebs überstanden – angstfrei leben?

04.04.2012

Wer Krebs überstanden hat, hat heute gute Chancen, nicht an Krebs zu sterben. Die normale Gesundheits-Vorsorge sollte bei ehemaligen Krebspatienten daher wieder mehr in den Vordergrund rücken.

Frau mit Kopftuch und Arzt der ein Röntgenbild hochhält
Die Angst verlässt einen nie: Wer einmal an Krebs erkrankte, hat fast immer große Sorge, dass erneut ein Tumor gefunden wird.
© JPC-PROD - Fotolia

Die Angst verlässt einen nie: Wer einmal an Krebs erkrankte, hat fast immer große Sorge, dass erneut ein Tumor gefunden wird. Doch fast die Hälfte derer, die eine Krebs-Erkrankung überleben, sterben nicht an Krebs, sondern an anderen Krankheiten, allen voran Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieses Ergebnis stellte Yi Ning von der Virginia Commonwealth University (VCU) auf der ACCR-Konferenz 2012 in Chicago vor.

Die neuen Erkenntnisse könnten die Ängste vor einer neuerlichen Krebs-Erkrankung mindern und andere Gesundheitsaspekte in den Vordergrund rücken. "Wir haben festgestellt, dass sich die Sterberate für einige Krebsarten wie Brustkrebs verringert haben", sagte Ning. "Diejenigen, die eine Krebserkrankung überlebt haben, leben heute viel länger, als dies noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war." Daher sei es wichtig, nach einer überstandenen Krebserkrankung der allgemeinen Gesundheit mehr Beachtung zu schenken.

Ning und ihre Kollegen untersuchten 1.807 ehemalige Krebspatienten, die an der National Health and Nutrition Examination Surveys (NHANES)-Studie teilgenommen hatten. Die Krebsarten, die dabei am häufigsten aufgetreten waren, waren Brust-, Prostata-, Gebärmutterhals-, Lungen- und Dickdarmkrebs. Die Wissenschaftler verfolgten die Patienten über mehr als 18 Jahre. Innerhalb dieser Zeitspanne starben 776 Patienten: 51 Prozent an Krebs und 49 Prozent auf Grund anderer Erkrankungen, wobei Herz-Kreislauf-Erkrankungen hier die häufigste Ursache waren. Je länger Patienten nach der ersten Krebsdiagnose überlebt haben, umso wahrscheinlicher ist es den Wissenschaftler zufolge, dass sie nicht an Krebs sterben.

Nach einem Krebsnachweis rücke die Prävention und Behandlung anderer Krankheiten häufig in den Hintergrund, so Ning. Da fast die Hälfte derer, die eine Krebserkrankung überstanden haben, an anderen Ursachen sterben, sollten Ärzte und Patienten den anderen Gesundheitsaspekten wieder mehr Beachtung schenken, rät die Wissenschaftlerin.

HH

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