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Vor Lachen in die Hose machen? Was bei Lach-Inkontinenz hilft

02.03.2018

„Ich mache mir gleich vor Lachen in die Hose!“, umschreibt eigentlich einen ausgelassenen Zustand. Doch wenn das Sprichwort buchstäblich in die Hose geht, vergeht einem das Lachen ziemlich schnell. Unter Lach-Inkontinenz verstehen Experten jedoch nicht den ein oder anderen Tropfen, den man vor Lachen nicht halten kann, sondern das vollständige Entleeren der Blase. Oftmals sind Mädchen vor der Pubertät betroffen, aber auch Erwachsene können darunter leiden.

Lach-Inkontinenz trifft vor allem junge Mädchen.
Lach-Inkontinenz ist eine besondere Form der überaktiven Blase.
© ryanking999 - Fotolia.com

Lach-Inkontinenz ist eine Sonderform der überaktiven Blase. „Bei erkrankten Kindern sind die Steuermechanismen der Blasenkontrolle noch nicht vollständig ausgereift“, erklärt Dr. Reinhold Schaefer, Urologe und Geschäftsführer des Ärztenetzwerks Uro-GmbH Nordrhein. „Die Blase ist daher noch so unkontrollierbar wie bei Kleinkindern.“ Wie es zu dieser Lach-Inkontinenz kommt, konnten Experten bisher noch nicht klären. Es gibt aber Studien, die zeigen, dass sich oft mehrere Fälle innerhalb einer Familie häufen, sodass genetische Ursachen naheliegen. Meist tritt die Erkrankung bei Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren auf und verschwindet nach der Pubertät von selbst wieder, manchmal aber bleibt sie ein unliebsamer Begleiter.

Die Folgen für die psychische Gesundheit wiegen schwer: Neben eigenen Schamgefühlen verstärken bei Kindern Altersgenossen das Leid oft durch massive Hänseleien. Eine Therapie-Möglichkeit bietet beispielsweise gezieltes Training, um die Beckenbodenmuskulatur zu stärken. Dr. Schaefer verdeutlicht: „Gerade Mädchen in diesem Alter entwickeln so das erste Mal überhaupt ein Bewusstsein für ihre Beckenbodenmuskulatur und lernen, diese gezielt anzuspannen.“ Lindert diese Maßnahme Beschwerden nicht ausreichend, helfen Medikamente ergänzend. In manchen – wenn auch nur seltenen – Fällen überdauert die Erkrankung auch die Pubertät. Urodynamische Messungen geben dann mithilfe von Drucksonden und Elektroden Aufschluss über die Funktionsweise der Harnblase, um andere organische Ursachen auszuschließen. Die Behandlung gestalte sich Schaefer zufolge wegen der noch nicht ausreichenden wissenschaftlichen Datenlage individuell, ein Gang zum Urologen sei bei Kindern wie Erwachsenen unverzichtbar.

Urologen NRW/NK

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