Krankheitsbild
Muskelkater sind Muskelschmerzen, die ein bis zwei Tage nach einer ungewohnten Beanspruchung der Muskulatur auftreten. Die Muskeln schmerzen bei Bewegung und sind druckempfindlich. Es kann zu leichten Schwellungen und Verhärtungen kommen. Ein Muskelkater kann bis zu sieben Tage anhalten und heilt komplett aus.
Symptome / Verlauf
Zu den Symptomen eines Muskelkaters gehören:
- Schmerzen bei Bewegung oder beim Anspannen des Muskels
- Schwellung
- Druckempfindlichkeit
- Kraftverlust
- erhöhter Muskeltonus (Verhärtung)
- eingeschränkte Funktion benachbarter Gelenke
Erste Beschwerden entwickeln sich oft innerhalb von 6 bis 12 Stunden nach der Belastung, erreichen ihren Höhepunkt nach 48 bis 72 Stunden und klingen in der Regel innerhalb einer Woche folgenlos wieder ab.
Folgen / Komplikationen
Normalerweise klingt ein Muskelkater von selbst spätestens nach sieben bis zehn Tagen wieder ab. Halten die Muskelschmerzen länger an oder schmerzen die Muskeln, ohne dass ein besonderer Grund vorliegt, sollte man einen Arzt aufsuchen. Es kann sich dann auch um schwerwiegendere Muskelverletzungen handeln oder um Ursachen, die nichts mit der Muskulatur direkt zu tun haben.
Ursachen / Risikofaktoren
Zu Muskelkater kommt es bei ungewohnter körperlicher Aktivität oder besonders starken Belastungen. Auch wenn der genaue Entstehungsmechanismus von Muskelkater noch nicht vollständig geklärt ist, geht man heute davon aus, dass eine zu hohe mechanische Belastung die feine Struktur der Muskelfasern überfordern. Durch die Überlastung entstehen mikroskopisch kleine Läsionen und Risse in den Muskelfasern. Als Reaktion darauf folgt eine Entzündungsphase: Der Körper baut beschädigte Eiweisse ab, aktiviert Reparaturprozesse und es kommt zu einer lokalen Entzündungsreaktion im betroffenen Muskel.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Ein Arztbesuch ist bei einem Muskelkater in der Regel nicht notwendig.
Das kann man selbst tun: Viele empfinden vorsichtiges, passives Dehnen, Entspannungsbäder, das Einreiben mit durchblutungsfördernden Salben oder sanfte Massagen als wohltuend. Auch Entspannungsbäder oder Saunagänge können im späteren Verlauf entspannend wirken und die Durchblutung fördern. Wissenschaftlich besser untersucht sind Kälteanwendungen und Kompression, die Entzündungsreaktionen begrenzen und die Erholung unterstützen können.
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.