Nicht nur in Apotheken, sondern auch in Drogerien sind zahlreiche Mittel gegen Nagelpilz erhältlich - viele auch ohne Rezept. Doch längst nicht jedes Präparat ist laut Stiftung Warentest empfehlenswert. Arzneimittel haben die Nase klar vorn.
Diese Mittel empfiehlt Stiftung Warentest
Für die Selbstmedikation stehen in der Apotheke vor allem Nagellacke und spezielle Kombinationspräparate zur Verfügung. Stiftung Warentest hat sechs rezeptfreie Arzneimittel sowie fünf frei verkäufliche Medizinprodukte bewertet.
Das Ergebnis: Die ausschließlich physikalisch wirkenden Medizinprodukte, die oft auch in Drogerien erhältlich sind, konnten die Tester nicht überzeugen. Als empfehlenswert stuft Stiftung Warentest zwei rezeptfreie Arzneimittel ein:
- einen Nagellack mit Terbinafin
- ein Nagelset mit Bifonazol und Harnstoff
Bei Nagellacken mit den Wirkstoffen Amorolfin oder Ciclopirox sehen die Verbraucherschützer zwar Potenzial Sie halten sie jedoch nur für "mit Einschränkung geeignet". Die Wirksamkeit müsse hier noch besser nachgewiesen werden.
Ab wann Sie mit Nagelpilz zum Arzt sollten
Nagelpilz heilt in der Regel nicht von allein aus. Je früher die Behandlung beginnt, desto größer sind die Erfolgsaussichten. Vor allem bei einer erstmaligen Infektion sollte ein Arzt die Diagnose sichern. Das gilt auch für Menschen mit Diabetes oder anderen Grunderkrankungen.
Ebenfalls ärztlich abgeklärt werden sollten Fälle, bei denen mehr als drei Nägel betroffen sind, mehr als die Hälfte eines Nagels befallen ist oder die Nagelwurzel bereits angegriffen wurde.
Wenn Nagellack nicht mehr reicht
Hat sich der Nagelpilz bereits weiter ausgebreitet, reichen äußerlich angewendete Mittel oft nicht mehr aus. Dann kommen Tabletten zum Einsatz, die verschreibungspflichtig sind.
Als Mittel der Wahl nennt Stiftung Warentest Terbinafin. Vier entsprechende Präparate wurden als geeignet bewertet. Als “mit Einschränkung geeignet” bewertet Stiftung Warentest Fluconazol- und Itraconazol-Präparate. Sie seien weniger wirksam als Terbinafin und können häufiger Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen. Nach Einschätzung der Tester kommen sie vor allem infrage, wenn Hefepilze die Ursache der Infektion sind.
Vor dem Kauf: Wie weit ist der Nagelpilz fortgeschritten?
Ob Nagellack genügt oder Tabletten nötig sind, hängt davon ab, wie weit sich der Pilz bereits ausgebreitet hat. Deshalb sollte die Infektion möglichst früh ärztlich abgeklärt werden. Dann steigen die Chancen deutlich, den Nagel dauerhaft von der Pilzinfektion zu befreien.