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Nasser Sommer führt zu mehr Pilzvergiftungen

31.08.2017

Normalerweise liegt die Hauptsaison für Pilze im Herbst. Wegen des vielen Regens in diesem Jahr wachsen Pilze jedoch schon seit Juli sehr gut. Doch nicht nur Speisepilze gedeihen aktuell gut, auch Giftpilze wie der Knollenblätterpilz profitieren von durchfeuchteten Böden. Dies habe bereits im Juli und August zu einem dramatischen Anstieg von Vergiftungsfällen geführt, warnt die Deutsche Leberstiftung. So dokumentierte das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) für den Juli 2017 doppelt so viele Pilzvergiftungsfälle wie im Juli 2016.

Schon ein einziger verzehrter Knollenblätterpilz kann tödlich sein.
Wenn es im Sommer viel regnet, wachsen Pilze besonders gut.
© mashiki - Fotolia.com

Vor allem zwei Gruppen haben ein erhöhtes Risiko, giftige Pilze zu essen: Pilzsammler, die giftige mit essbaren Pilzen verwechseln und kleinere Kinder, die Pilze beim Spielen finden und roh verzehren. Einer der gefährlichsten Pilze, der immer wieder verwechselt wird, ist der Knollenblätterpilz. Schon ein einzelner verspeister Pilz könne eine tödliche Dosis Gift enthalten, warnen die Experten der Deutschen Leberstiftung. Das Tückische an den hochgiftigen Knollenblätterpilzen sei, dass die Vergiftungssymptome nicht sofort nach dem Verzehr auftreten, sondern erst nach einer Zeitverzögerung von sechs bis maximal 24 Stunden. „Der Klassiker ist, dass am Abend Giftpilze gegessen werden und erst am nächsten Morgen bekommt man Übelkeit, Erbrechen und Durchfall“, erklärt Professor Dr. Andreas Schaper vom Giftinformationszentrums-Nord (GIZ-Nord).

„Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte man sich sofort an das nächste Krankenhaus wenden oder den Notarzt rufen“, betont Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Eine frühe Diagnose der Vergiftung und ein unverzüglicher Beginn der Behandlung seien für die Heilungsaussichten sehr wichtig. Nur so könne gewährleistet werden, dass auch eine eventuell notwendige Verlegung in ein Leber-Transplantationszentrum frühzeitig veranlasst werde. „Das Leberversagen aufgrund der Vergiftung kann so akut verlaufen, dass Patienten innerhalb weniger Tage am Versagen der Leber versterben können. Dann ist die Lebertransplantation die einzig verbleibende Behandlungsmöglichkeit“, sagt Manns. Um die Diagnose zu erleichtern, sollten die Pilzreste und das Erbrochene aufgehoben und an den Arzt weitergegeben werden.

Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover warnen zudem, dass giftige Pilze nicht nur im Wald wachsen, sondern auch in Gärten und Parks. Es passiere schnell, dass Kinder einen Pilz gepflückt und in den Mund gesteckt hätten. Eltern jüngerer Kinder sollten daher am besten die Spielfläche, auf der ihre Kinder spielen, einmal zuvor abgehen und Pilze entfernen.

HH

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