Psyche

Nelson Müller: "Es ist nicht gesund, ständig Fleisch zu essen"

aponet.de  |  15.12.2022

Wie schafft man es, dass zu Weihnachten nicht alles so sehr im Magen liegt wie vergangenes Jahr? Das Apotheken Magazin hat bei Nelson Müller nachgefragt. Tipps sind kleinere, auch mal vegetarische Gerichte und längere Esspausen.

Nelson Müller.
Sternekoch Nelson Müller bleibt beim Kochen gerne so nahe wie möglich an der Natur.
© Mario Andreya

Steht bei Ihnen zu Hause an Weihnachten ein traditionelles Menü auf der Speisekarte?

Nelson Müller: Heiligabend essen wir nach wie vor Kartoffelsalat mit Würstchen. Dazu einen Salat mit Chicorée und Sellerie. Das ist zwar sehr einfach, aber es freuen sich immer alle darauf. Ich helfe auch mit, das Essen zuzubereiten. Am 1. Weihnachtsfeiertag gibt es dann meistens einen Braten, also etwas Größeres Klassischeres. Ab und zu auch mal Gänsebraten, aber die Weihnachtsgans hat bei uns im Süden keine besondere Tradition.

Haben Sie einen Tipp, wie der Weihnachtsbraten weniger schwer im Magen liegt?

Müller: In der Ernährung geht es viel um die Dosierung. Ich glaube, wir essen fast alle zu viel – gerade an Weihnachten gehört das wohl mit zur Tradition. Das gemeinsame Feiern hat etwas Soziales und tut der Psyche gut, aber viele machen sich großen Druck: Das Frühstück muss reichhaltig sein, dann gibt es Mittagessen, nachmittags müssen die Kekse her und abends kommt auch noch etwas auf den Tisch. Wenn man weniger isst oder eine Art Intervallfasten befolgt, kann man das, was man isst, einfach mehr genießen. Das unangenehme Völlegefühl entsteht gar nicht erst.

Achten Sie im Alltag auf gesunde Ernährung?

Müller: Ja, auf jeden Fall. Ich versuche, meine Ernährung so abzustimmen, dass sie mir guttut. Mal aus der mediterranen Küche, mal asiatisch, mal wenig Kohlenhydrate und proteinreich. Zudem mache ich regelmäßig Intervallfasten. Ich fange dann erst mittags an zu essen, weil ich als Koch natürlich im "gefährlichen" Bereich arbeite. Überall liegt etwas in der Pfanne oder schmort im Topf und ständig wird etwas probiert. Aber ich bemühe mich, nicht mehr zu essen, als ich verbrauche. Zwischendurch treibe ich auch Sport.

Wie schätzen Sie den Trend zur fleischlosen Küche ein?

Müller: Generell ist das ein wichtiger Trend, weil sich der Fleischverzehr in große Höhen geschraubt hatte und die Fleischindustrie nach wie vor durch Massentierhaltung und Futtermittelproduktion beim CO2-Ausstoß eine große Rolle spielt. Zusätzlich ist es für den Menschen nicht gesund, ständig Fleisch zu essen. Auch die vegane Ernährungsweise gefällt mir gut. Ich bin zwar selbst kein Veganer, koche aber gerne vegan, einfach, um ein weiteres Werkzeug in meinem Kasten zu haben. In meinem neuen Kochbuch finden sich einige spannende Gerichte dazu.

Würden Sie Kunstfleisch verwenden, wenn es das gäbe?

Müller: In dieser Frage bin ich zwiegespalten. Natürlich werden Nahrungsmittel verarbeitet oder industriell aufbereitet – gerade in der veganen Küche. Aber ich möchte mit dem Essen so nahe wie möglich an der Natur bleiben. Daher stehe ich dem Kunstfleisch eher ablehnend gegenüber. Ich bleibe aber off en, denn die Welt verändert sich, und wir müssen irgendwann deutlich mehr Menschen ernähren.

Sie machen auch professionell Musik. Wie kam es dazu?

Müller: Musik gehört einfach zu meinem Leben. Musik war für mich schon seit frühester Kindheit ein wichtiger Faktor, sie schafft einen tollen Ausgleich. Zudem verbringe ich gern Zeit mit Musikern. Soul, Jazz, Hiphop, Reggae: Wenn es die Zeit zulässt, mache ich das gerne.

Herzlichen Dank für das Gespräch und frohe Weihnachten.

Die Fragen stellte Rüdiger Freund

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