Nikotinabhängigkeit ist eine körperliche und psychische Abhängigkeit von Nikotin. Sie zeigt sich durch starkes Verlangen, Kontrollverlust und Entzugssymptome, wenn kein Nikotin zugeführt wird. Die Sucht entsteht meist durch regelmässigen Konsum von Tabakprodukten und kann langfristig die Gesundheit erheblich beeinträchtigen.
Nikotinabhängigkeit entwickelt sich schleichend. Der Körper gewöhnt sich an die regelmässige Zufuhr von Nikotin und verlangt zunehmend danach. Gleichzeitig verankern sich Gewohnheiten im Alltag, die das Rauchverhalten im mehr verankern. Viele Betroffene erleben eine Mischung aus körperlicher Abhängigkeit und psychischer Bindung an bestimmte Situationen oder Gefühle.
Typisch sind starkes Verlangen und Schwierigkeiten, den Konsum zu kontrollieren. Bei Abstinenz treten Entzugssymptome auf. Dazu gehören Reizbarkeit, Unruhe, Schlafprobleme und gesteigerter Appetit. Der Verlauf ist oft chronisch, da die psychische Komponente lange bestehen bleibt. Häufige Merkmale sind:
Langfristig erhöht Nikotinabhängigkeit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Lungenerkrankungen und verschiedene Krebsarten. Auch die Leistungsfähigkeit sinkt in vielen Fällen. Psychisch kann die Abhängigkeit zu Stress und sozialem Rückzug führen. Viele Betroffene erleben wiederholte Rückfälle, was zusätzlichen Druck erzeugt.
Nikotin wirkt stark suchterzeugend. Es beeinflusst das Belohnungssystem im Gehirn und führt zu einer schnellen Gewöhnung. Risikofaktoren sind frühes Einstiegsalter, Stress, familiäre Vorbilder und soziale Gewohnheiten. Auch genetische Faktoren können eine Rolle spielen. Je häufiger und regelmässiger konsumiert wird, desto höher ist das Risiko einer Abhängigkeit.
Das macht der Arzt: Er kann eine Beratung anbieten und gegebenenfalls Nikotinersatz oder bestimmte Wirkstoffgruppen zur Linderung des Verlangens verordnen.
Das kann man selbst tun: Nach Möglichkeit Auslöser des Konsums meiden und Unterstützung im Umfeld suchen. Grenzen bestehen, wenn Entzugssymptome stark sind oder Rückfälle häufig auftreten. Dann sollte unbedingt professionelle Hilfe genutzt werden.
Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - N.N., Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, (2004), Aufl. 260 - American Cancer Society, www.cancer.org, (2011), Guide to Quitting Smoking
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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