Krankheitsbild
Pavor nocturnus betrifft vor allem Kinder, kann jedoch auch bei Erwachsenen vorkommen. Während einer Episode zeigt die betroffene Person deutliche Anzeichen von Panik, obwohl sie sich weiterhin im Tiefschlaf befinden. Da kein vollständiges Erwachen stattfindet, ist eine Beruhigung oft schwierig. Die Episoden dauern meist nur wenige Minuten und hören abrupt auf. Für Aussenstehende wirken sie jedoch sehr dramatisch.
Symptome/Verlauf
Typische Merkmale sind plötzliches Aufschrecken mit intensiver Angst und starker körperlicher Reaktion. Häufig zeigen sich auch:
- Schreien oder panisches Atmen
- Starke Unruhe, Herzrasen oder Schwitzen
- Verwirrtheit und keine Reaktion auf Ansprache
Der Verlauf ist meist schubweise und bei vielen Kindern "verwachsen" sich diese Phänomene mit zunehmendem Alter. Bei Erwachsenen sind die Episoden oft seltener, dafür aber hartnäckiger, und können unter Stress gehäuft auftreten.
Folgen/Komplikationen
In der Regel hinterlässt Pavor nocturnus keine bleibenden Schäden. Problematisch kann jedoch die starke Belastung für Familie und Betroffene sein. Bei häufigen oder sehr heftigen Episoden können Schlafmangel, Erschöpfung und wegen der Übermüdung eine erhöhte Unfallgefahr im Alltag entstehen. Selten verwechselt man Pavor nocturnus mit anderen Störungen wie epileptischen Ereignissen, was dann aber eine ärztliche Abklärung erforderlich macht.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Man geht von einer vorübergehenden Reifungsverzögerung im Schlafverhalten von Kindern aus. Bei Erwachsenen spielen häufiger Stress, seelische Belastungen, Schlafmangel oder unregelmässige Schlafrhythmen eine Rolle. Auch Fieber bei Kindern und bestimmte Stoffwechsel- oder neurologische Faktoren können das Auftreten begünstigen. Ein familiärer Zusammenhang wird ebenfalls beobachtet.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er schliesst zuerst andere Erkrankungen als mögliche Ursache aus. In schweren Fällen können beruhigende oder schlafstabilisierende Medikamente eingesetzt werden. Häufig reicht jedoch bereits einen ausreichende Schlafhygiene aus.
Das kann man selbst tun: Regelmässige Schlafzeiten, eine ruhige Umgebung und Stressabbau lindern oft die Symptome. Grenzen liegen dort, wo die Episoden sehr häufig auftreten, Verletzungen drohen oder der Alltag massiv leidet. Dann ist ärztliche Begleitung notwendig.
Quellenangaben:
Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.