Krankheitsbild
Narkolepsie zeigt sich durch eine dauerhaft gestörte Schlaf-Wach-Steuerung. Der Körper kann Wachphasen nicht stabil halten und fällt unvermittelt in Schlafzustände. Häufig besteht zusätzlich eine Störung der Muskelspannung, die in bestimmten Momenten kurzzeitig nachlässt. Die Erkrankung beginnt meist in der Jugend oder jungen Erwachsenenalter und bleibt lebenslang bestehen.
Symptome/Verlauf
Typisch sind unkontrollierbare Schlafattacken und eine starke Tagesschläfrigkeit. Manche Betroffene erleben einen plötzlichen Verlust der Muskelspannung bei starken Emotionen. Auch nächtliche Schlafstörungen sind häufig. Im Verlauf können Symptome schwanken. Häufige Merkmale sind:
- plötzlich auftretende Schlafattacken
- starke Tagesschläfrigkeit
- kurzzeitiger Spannungsverlust der Muskulatur
- gestörter Nachtschlaf
Folgen/Komplikationen
Die Erkrankung kann zu Problemen im Alltag führen, etwa bei der Arbeit oder im Strassenverkehr. Konzentration und Leistungsfähigkeit können eingeschränkt sein. Auch soziale Belastungen entstehen, da Symptome oft missverstanden werden. Unbehandelt steigt das Risiko für Unfälle und psychische Belastungen wie Rückzug oder Frustration.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Häufig liegt ein Mangel bestimmter Botenstoffe vor, die den Schlaf-Wach-Rhythmus steuern. Vermutet werden genetische Einflüsse und Fehlreaktionen des Immunsystems. Risikofaktoren sind selten eindeutig, doch familiäre Häufungen kommen vor.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann Medikamente einsetzen, die Wachheit fördern oder die Symptome reduzieren.
Das kann man selbst tun: Regelmässige Schlafzeiten einhalten und kurze geplante Ruhephasen nutzen. Grenzen bestehen, wenn Symptome den Alltag gefährden oder Schlafattacken unkontrollierbar bleiben. Dann ist ärztliche Unterstützung unbedingt notwendig.
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.