Krankheitsbild
Bei der Trigeminusneuralgie handelt es sich um eine Nervenschmerzerkrankung. Der Trigeminusnerv versorgt Stirn, Wange und Kiefer mit Empfindungen. Kommt es zu einer Reizung oder Schädigung dieses Nervs, reagieren die Nervenfasern überempfindlich und senden Schmerzsignale, obwohl kein äusserer Schaden vorliegt. Die Erkrankung tritt meist einseitig im Gesicht auf und kommt vor allem im höheren Lebensalter vor.
Symptome/Verlauf
Typisch sind anfallsartige Schmerzen, die ohne Vorwarnung einsetzen. Schon leichte Reize können einen Schmerz auslösen. Zwischen den Attacken sind Betroffene oft beschwerdefrei. Zu den wichtigsten Symptomen zählen:
- Blitzartig einschiessende Schmerzen im Gesicht
- Schmerzen beim Sprechen, Kauen oder Zähneputzen
- Auslösung durch Berührung oder kalte Luft
- Angst vor neuen Schmerzattacken
Folgen/Komplikationen
Die starken Schmerzen können die Lebensqualität erheblich einschränken. Viele Betroffene vermeiden zum Teil zu essen, soziale Kontakte oder ihre Gesichtspflege aus Angst vor neuen Attacken. In schweren Fällen kann dies zu Gewichtsverlust, Schlafstörungen oder seelischer Belastung führen. Dauerhafte Nervenschäden sind selten, aber möglich, vor allem bei langer Krankheitsdauer.
Ursachen/Risikofaktoren
Häufige Ursache ist ein Blutgefäss, das auf den Trigeminusnerv drückt und ihn reizt. Auch Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Tumoren können den Nerv schädigen. In manchen Fällen lässt sich keine klare Ursache finden. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, Frauen sind etwas häufiger betroffen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Wichtig sind Medikamente aus der Gruppe der Antikonvulsiva, manchmal ergänzt durch andere schmerzlindernde Wirkstoffgruppen. Wenn Arzneimittel nicht ausreichend helfen oder die Betroffenen diese schlecht vertragen, kommen auch operative Verfahren infrage.
Das kann man selbst tun: Die Möglichkeiten sind begrenzt, etwa durch das Meiden bekannter Auslöser und Stressabbau. Wegen der starken Schmerzen und möglicher ernster Ursachen ist eine Selbstbehandlung nicht ausreichend, eine fachärztliche Abklärung unbedingt notwendig.
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.