Krankheitsbild
Psychosen gehören zu den schwerwiegenden psychischen Erkrankungen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass Betroffene ihre Umwelt und sich selbst nicht mehr zuverlässig einschätzen können. Häufig treten sie im Rahmen anderer Erkrankungen wie Schizophrenie oder schweren Depressionen auf. Die Wahrnehmung der Realität verzerrt sich, was zu grossen Belastungen führt.
Symptome/Verlauf
Die Symptome sind vielfältig und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Typisch sind:
- Halluzinationen wie Stimmenhören oder visuelle Eindrücke
- Wahnvorstellungen etwa Verfolgungswahn
- Stark verändertes Denken und Sprache
- Gefühlsverflachung oder extreme Stimmungsschwankungen
- Sozialer Rückzug
Der Verlauf kann akut beginnen oder schleichend entstehen. Manche Betroffene erleben einzelne Episoden, andere leiden dauerhaft unter den Symptomen.
Folgen/Komplikationen
Psychosen können das Leben stark einschränken. Betroffene verlieren oft den Bezug zu ihrem Alltag, was zu Problemen im Beruf, in der Familie und im sozialen Umfeld führt. Ohne Behandlung steigt das Risiko für Isolation, Depressionen oder auch Selbstgefährdung. Komplikationen entstehen vor allem dann, wenn die Erkrankung nicht erkannt oder behandelt wird.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Ursachen sind komplex und meist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Dazu gehören genetische Veranlagung, Störungen im Gehirnstoffwechsel, Drogenmissbrauch, starker Stress oder belastende Lebensereignisse. Auch schwere psychische Erkrankungen in der Vorgeschichte steigern die Wahrscheinlichkeit einer Psychose. Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn mehrere dieser Faktoren zusammenkommen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch Gespräche und Untersuchungen die Diagnose stellen und eine passende Behandlung einleiten. Dazu gehören Psychotherapie und Medikamente aus wichtigen Wirkstoffgruppen wie Antipsychotika.
Das kann man selbst tun: Hilfreich sind eine stabile Tagesstruktur, Vermeidung von Drogen und Stressabbau. Grenzen liegen dort, wo die Symptome die Realität massiv verzerren oder eine Selbstgefährdung besteht. In solchen Fällen ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig.
Quellenangaben:
Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.