Krankheitsbild
Denkstörungen sind Veränderungen im normalen Ablauf oder Inhalt des Denkens. Sie gelten nicht als eigenständige Krankheit, sondern als Symptom, das im Rahmen verschiedener psychischer Erkrankungen auftreten kann, besonders bei Psychosen wie etwa Schizophrenie. Fachleute unterscheiden zwischen formalen und inhaltlichen Denkstörungen. Bei formalen Denkstörungen ist vor allem die Art und Weise betroffen, wie gedacht wird - also Tempo, Zusammenhang und Struktur der Gedanken. Bei inhaltlichen Denkstörungen geht es darum, was gedacht wird, also um die gedanklichen Inhalte selbst, die sich deutlich von der Realität entfernen oder sich zwanghaft aufdrängen können.
Symptome / Verlauf
Formale Denkstörungen
Bei formalen Störungen wirkt der Gedankengang verändert oder gestört. Beispiele sind:
- Denkhemmung oder -verlangsamung, bei denen das Denken stockend, gehemmt oder schleppend wirkt.
- Ideenflucht, bei der Gedanken stark beschleunigt und sprunghaft wechseln.
- Gedankenabreissen, wenn der Gedankengang plötzlich ohne erkennbaren Grund stoppt.
- Zerfahrenes Denken, bei dem Aussagen kaum noch logisch zusammenhängen oder sogar in einen "Wortsalat" ausufern.
Inhaltliche Denkstörungen
Diese betreffen den Inhalt des Denkens:
- Zwangsgedanken, die sich wiederkehrend und quälend aufdrängen.
- Überwertige Ideen, bei denen ein Gedanke das gesamte Denken beherrscht.
- Wahnvorstellungen, bei denen Betroffene falsche, realitätsferne Überzeugungen haben und trotz entgegenstehender Realität daran festhalten.
Entwickeln sich diese Störungen im Rahmen einer Psychose, zeigen sich oft schon früh unspezifische Anzeichen wie Konzentrationsprobleme oder innere Leere. Mit der Zeit können sie dann klarer als Denkstörungen, Halluzinationen oder Wahn erkennbar werden.
Folgen / Komplikationen
Denkstörungen können den Alltag stark beeinträchtigen. Besonders ausgeprägte inhaltliche Störungen können das soziale Leben stark belasten. Ohne Behandlung besteht die Gefahr, dass sich die Symptome verfestigen oder verschlimmern.
Ursachen / Risikofaktoren
Denkstörungen treten vor allem im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen wie Psychosen auf. Auch der Einfluss von Substanzen, etwa Drogen oder bestimmten Medikamenten, kann Denkstörungen auslösen oder verstärken.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Ärzte oder Psychotherapeuten prüfen, ob eine psychische Erkrankung wie eine Psychose vorliegt, und klären mögliche Ursachen ab. Je nach Befund kommen medikamentöse Behandlungen oder psychotherapeutische Massnahmen zum Einsatz, um die Denkstörungen zu lindern und die zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln.
Das kann man selbst tun: Wichtig ist, Veränderungen im Denken ernst zu nehmen und frühzeitig fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Unterstützung durch das soziale Umfeld ist wichtig. Je eher eine Abklärung erfolgt, desto besser sind die Chancen, dass sich die Beschwerden bessern oder stabilisieren.
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - W.F. Haupt et al., Neurologie und Psychiatrie für Pflegeberufe, Thieme, (2009), 10. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.