Krankheitsbild
Katatone Symptome beschreiben eine schwere Störung der Motorik und des Verhaltens, die bei verschiedenen psychischen und neurologischen Erkrankungen auftreten kann. Sie äussern sich durch stark verlangsamte, ganz fehlende Bewegungen oder durch plötzlich stark gesteigerte Aktivität. Manche Betroffene verharren lange in ungewöhnlichen Körperhaltungen, andere reagieren kaum auf äussere Reize. Diese Zustände können plötzlich beginnen und ohne Behandlung bestehen bleiben.
Symptome/Verlauf
Katatone Symptome können sehr unterschiedlich aussehen. Häufig kommen mehrere der folgenden Merkmale gleichzeitig vor:
- Starre Körperhaltungen und verminderte Beweglichkeit
- Kaum Sprechen oder vollständige Sprachlosigkeit
- Automatisches Nachahmen von Bewegungen oder Sprache anderer Menschen
- Plötzliche Übererregung mit zielloser Aktivität
- Widerstand gegen jede Bewegung von aussen
- Ritualisierte oder stereotype Bewegungen
Der Verlauf kann schwankend sein. Manche Phasen wirken fast unauffällig andere sind sehr ausgeprägt und erfordern schnelle Hilfe.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt können katatone Zustände zu schweren Problemen führen. Betroffene essen und trinken oft nicht ausreichend, was zu Flüssigkeitsmangel und körperlicher Schwäche führen kann. Bei starker Bewegungsarmut drohen Kreislaufprobleme oder Muskelabbau. In Phasen mit Übererregung können Verletzungen auftreten. Je länger der Zustand anhält, desto grösser ist das Risiko für weitere gesundheitliche Schäden, weshalb eine ärztliche Behandlung wichtig ist.
Ursachen/Risikofaktoren
Katatone Symptome treten bei verschiedenen Grunderkrankungen auf. Dazu gehören schwere depressive Episoden, psychotische Erkrankungen oder neurologische Störungen. Auch körperliche Erkrankungen, Infektionen oder Stoffwechselstörungen können eine Rolle spielen. Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn eine bereits bestehende Grunderkrankung unbehandelt bleibt oder wenn mehrere der genannten auslösenden Faktoren zusammenkommen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er behandelt meist mit beruhigenden oder aktivierenden Wirkstoffgruppen sowie unterstützenden Massnahmen, die den Zustand stabilisieren.
Das kann man selbst tun: Angehörige können auf regelmässige Flüssigkeitsaufnahme achten und für eine ruhige Umgebung sorgen. Selbsthilfe ist jedoch nur begrenzt möglich, da katatone Symptome oft schnell ärztliche Behandlung benötigen. Bei Verschlechterung, fehlender Nahrungsaufnahme oder ausgeprägter Unruhe ist sofort medizinische Hilfe notwendig.
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.