Krankheitsbild
Unruhe und Erregung beschreiben ein Zusammenspiel aus innerer Anspannung, Nervosität und gesteigerter körperlicher Aktivität. Sie können vorübergehend auftreten, etwa in Stresssituationen, oder länger anhalten, wenn eine zugrunde liegende Erkrankung besteht. Häufig treten die Symptome als Begleiterscheinungen von psychischen Störungen, körperlichen Erkrankungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten auf.
Symptome/Verlauf
Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein. Manche Menschen wirken rastlos, laufen umher oder können nicht stillsitzen. Andere berichten von einem ständigen inneren Druck oder dem Gefühl, gleich explodieren zu müssen. Der Verlauf hängt stark von der Ursache ab. Vorübergehende Unruhe klingt oft von selbst ab, während anhaltende Erregung ein Hinweis auf eine behandlungsbedürftige Störung sein kann.Zu den typischen Symptomen zählen:
- innere Nervosität und Getriebenheit
- Schlafstörungen und Schwierigkeiten, sich zu entspannen
- verstärkte körperliche Aktivität wie Nesteln oder Umherlaufen
- Konzentrationsprobleme und Gereiztheit
Folgen/Komplikationen
Bleiben Unruhe und Erregung über längere Zeit bestehen, können sie zu Erschöpfung, Leistungsabfall und sozialem Rückzug führen. Häufig entwickeln sich Schlafprobleme, die wiederum die Anspannung verstärken. In schweren Fällen kann es zu Angststörungen oder Depressionen kommen. Auch körperliche Beschwerden wie Herzrasen, Bluthochdruck oder Magenprobleme sind möglich.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Ursachen sind vielfältig. Zu den häufigen Auslösern zählen Stress, Überlastung oder Konflikte. Auch körperliche Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Herz-Kreislauf-Störungen oder neurologische Leiden können eine Rolle spielen. Psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder manische Episoden sind ebenfalls mögliche Hintergründe. Risikofaktoren sind zudem Schlafmangel, übermässiger Konsum von Koffein, Alkohol oder Drogen sowie bestimmte Medikamente.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann je nach Ursache Medikamente einsetzen, etwa Beruhigungsmittel für akute Situationen oder Antidepressiva bei zugrunde liegenden psychischen Erkrankungen.
Das kann man selbst tun: Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf, Bewegung und der Verzicht auf anregende Substanzen wirken sich positiv aus. Grenzen liegen dort, wo die Unruhe den Alltag stark beeinträchtigt, länger anhält oder mit weiteren Beschwerden wie Angst oder Depression verbunden ist. Dann ist ärztliche Hilfe unbedingt notwendig.
Quellenangaben:
Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.