Krankheitsbild
Menschen mit Wahnstörungen entwickeln feste Überzeugungen, die für andere unverständlich wirken. Dabei bleiben Denken und Handeln oft in vielen Bereichen geordnet, doch einzelne Vorstellungen bestimmen das Verhalten stark. Betroffene sind überzeugt, dass bestimmte Ereignisse, Personen oder Situationen ihnen schaden, sie beeinflussen oder eine besondere Bedeutung haben. Diese Überzeugungen entstehen ohne klare äussere Ursache und wirken für die betroffene Person absolut real.
Symptome/Verlauf
Die Symptome entwickeln sich häufig schleichend, können aber auch plötzlich auftreten. Typisch sind Inhalte, die sich um Verfolgung, Eifersucht, Schuld oder besondere Fähigkeiten drehen. Dies macht sich unter anderem durch folgende Symptome bemerkbar:
- Feste Überzeugungen, die sich nicht korrigieren lassen
- Rückzug aus sozialen Kontakten
- Anspannung oder Misstrauen gegenüber anderen
- Beeinträchtigte Alltagsbewältigung
Der Verlauf ist unterschiedlich. Manche Betroffene erleben lange stabile Phasen, andere haben wiederkehrende Episoden. Belastende Situationen können Symptome verstärken.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelte Wahnstörungen können zu starken Belastungen führen. Häufig kommt es zu sozialem Rückzug, Konflikten im Umfeld und Problemen bei Arbeit oder Haushalt. In schweren Fällen können Betroffene riskante Entscheidungen treffen, weil sie von ihren Überzeugungen geleitet werden. Auch innere Anspannung und Ängste nehmen häufig zu, was zu weiteren psychischen Beschwerden führt.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Auslöser sind nicht vollständig geklärt. Vermutet werden mehrere Faktoren, die zusammenwirken. Hierzu zählen Veranlagung oder familiäre Belastung, belastende Lebensereignisse oder lang anhaltender Stress sowie Erkrankungen des Gehirns oder Stoffwechselveränderungen. Auch Missbrauch bestimmter Substanzen, Schlafmangel oder grosse seelische Belastungen können das Risiko erhöhen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er prüft die Symptome und erstellt einen Behandlungsplan. Häufig werden beruhigend wirkende Medikamente oder Mittel gegen psychotische Symptome eingesetzt. Auch psychotherapeutische Therapien zählen zu Behandlung.
Das kann man selbst tun: Eine regelmässige Tagesstruktur, soziale Unterstützung und Stressabbau tragen ihren Teil zur Therapie bei. Grenzen sind erreicht, wenn Betroffene sich selbst oder andere gefährden, starke Ängste haben oder sie ihren Alltag nicht mehr bewältigen können. Dann ist sofort professionelle Hilfe nötig.
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.