Phobien sind ausgeprägte Ängste vor bestimmten Situationen, Objekten oder Lebewesen. Sie gehen über normale Furcht hinaus und führen oft zu starkem Vermeidungsverhalten. Betroffene wissen meist, dass ihre Angst übertrieben ausfällt, können sie aber nicht kontrollieren. Phobien können das tägliche Leben erheblich einschränken und treten häufig schon in jungen Jahren auf.
Phobien gehören zu den Angststörungen. Sie zeichnen sich durch eine intensive und oft unbegründete Angst aus, die bei Kontakt mit dem gefürchteten Auslöser entsteht. Häufige Formen sind die soziale Phobie vor bestimmten Situationen, die Agoraphobie (Platzangst) und spezifische Phobien wie Angst vor Tieren oder Höhen. Die Angstreaktion ist so stark, dass Betroffene bestimmte Situationen konsequent meiden.
Die Symptome treten meist sofort beim Kontakt mit dem Auslöser auf. Typisch sind
Der Verlauf ist oft chronisch, da Betroffene die angstauslösenden Situationen meiden. Dadurch verstärkt sich die Angst und die Einschränkungen im Alltag nehmen zu.
Phobien können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Berufliche Chancen, soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten werden eingeschränkt. Manche Betroffene entwickeln zusätzlich Depressionen oder andere Angststörungen. In schweren Fällen kann das Vermeidungsverhalten zu Isolation führen.
Die Ursachen sind vielfältig und nicht immer eindeutig. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen. Hierzu zählen negative Erfahrungen oder traumatische Erlebnisse, familiäre Belastungen, übermässige Schutz- oder Kontrollmuster in der Kindheit, Stress und psychische Belastungen und bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie hohe Sensibilität. Das Risiko steigt, wenn mehrere dieser Faktoren zusammentreffen.
Das macht der Arzt: Er kann in Ergänzung mit Therapeuten durch Gespräche und Untersuchungen die Diagnose stellen und eine Behandlung einleiten. Dazu gehören vor allem psychotherapeutische Verfahren wie Verhaltenstherapie und bei Bedarf Medikamente aus Wirkstoffgruppen wie Antidepressiva oder angstlösende Mittel.
Das kann man selbst tun: Durch Entspannungstechniken und schrittweise Konfrontation mit der Angst lässt sich die Therapie unterstützen. Grenzen liegen dort, wo die Angst das tägliche Leben massiv einschränkt oder Panikattacken auftreten. In solchen Fällen ist professionelle Hilfe unbedingt notwendig.
Quellenangaben:
Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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