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Schwere Pilzvergiftungen nehmen zu

02.09.2014

Die Zahl der schweren Pilzvergiftungen in Deutschland ist gestiegen. Im Jahr 2013 mussten gut 41 Prozent mehr Fälle im Krankenhaus behandelt werden als im Vorjahr. Das geht aus aktuellen Daten der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervor.

Frontalfoto, Frau in den 40ern, blond, türkises Langarmshirt, türkises Nickituch, im Wald, Korb mit Pilzen in den Händen
Wer Pilze sammelt sollte vorsichtig sein. Sehr viele Pilze haben giftige Doppelgänger.
© Jeanette Dietl - Fotolia

Die meisten schweren Vergiftungen hat es demnach erneut in Bayern gegeben. Trotz des Spitzenplatzes ging die Zahl der Fälle dort jedoch im Vergleich zu 2012 zurück. Von den bundesweit 34 Fällen, die bei der DAK-Gesundheit erfasst wurden, entfielen neun auf Bayern – vier weniger als im Jahr zuvor. In Niedersachsen landeten 2013 sechs Pilzsammler in der Klinik – vier mehr als 2012. In Nordrhein-Westfalen musste 2013 vier Pilzvergiftung stationär behandelt werden – 2012 gab es dort noch keine Fälle.

"Vor allem in Süddeutschland hatten viele Menschen lange Zeit Angst, dass Pilze radioaktiv belastet sein könnten – eine Nachwirkung der Tschernobyl-Katastrophe", sagt die DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. Doch diese Sorge verschwinde langsam, mehr Menschen sammelten nun Pilze. Thomas rät unerfahrenen Sammlern, sehr vorsichtig zu sein. Angelesenes Wissen aus Bestimmungsbüchern oder Pilzforen im Internet reiche nicht aus, um Pilze sicher bestimmen zu können. "Sehr viele Pilze haben giftige Doppelgänger", warnt die Ärztin.

Wer nach einer Pilzmahlzeit unter Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen leidet, sollte sofort den Notarzt (112) rufen oder sich an den Giftnotruf in seinem Bundesland wenden. Keinesfalls sollte man in Eigenregie mit Medikamenten experimentieren. "Trinken Sie viel Wasser", rät Thomas. "Und wenn der Betroffene bewusstlos wird, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage." Empfehlenswert sei es, Pilzreste zur Behandlung mitzunehmen.

DAK/FH

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