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Starker Anstieg von Essstörungen und Selbstverletzungen bei Mädchen

ZOU  |  23.06.2023

In den Jahren der Covid-19-Pandemie kam es in Großbritannien zu einem starken Anstieg von Essstörungen und Selbstverletzungen bei Mädchen im Teenageralter. In anderen Altersgruppen und bei Jungen war dieser Anstieg nicht zu beobachten, berichtet ein Forscherteam.

Junges Mädchen, misst den Umfang ihrer Taille.
Essstörungen haben unter jungen Mädchen seit Beginn der Pandemie stark zugenommen.
© Halfpoint/iStockphoto

Eine Sichtung der Patientenakten junger Menschen zwischen 10 und 24 Jahren ergab, dass Essstörungen seit März 2020 bei Mädchen im Alter von 13 bis 16 Jahren um 42 Prozent stärker zugenommen haben, als auf Grundlage früherer Trends zu erwarten gewesen wäre. Im Alter von 17 bis 19 Jahren kam es zu einer Steigerung um 32 Prozent. Auch Selbstverletzungen waren im Alter von 13 bis 16 gehäuft zu verzeichnen: Ihre Anzahl war 38 Prozent höher als erwartet, berichtet das britischen Wissenschaftlerteam in der Fachzeitschrift „The Lancet Child and Adolescent Health“.

In den zehn Jahren vor der Pandemie traten Essstörungen bei Mädchen aus wohlhabenderen Familien häufiger auf. Dieser Unterschied hat sich während der Pandemie vergrößert: Diagnosen bei Mädchen aus wohlhabenden Gegenden waren um 52 Prozent höher als erwartet, bei Mädchen aus benachteiligten Wohngegenden um 22 Prozent. Bei den Selbstverletzungen war die Rate in den am stärksten benachteiligten Gebieten vor der Pandemie hingegen höher, die Unterschiede haben sich seit März 2020 eher verringert.

In den anderen Altersgruppen und bei Jungen fanden sich keine Hinweise auf einen Anstieg der Häufigkeit von Selbstverletzungen oder Essstörungen.

Selbstverletzungen und Essstörungen weisen häufig auf eine zugrunde liegende psychische Belastung hin. Dr. Pearl Mok von der Universität Manchester vermutet: „Die Gründe für die Zunahme dürften komplex sein. Sie könnten auf eine Mischung von Problemen zurückzuführen sein, wie soziale Isolation, Ängste aufgrund veränderter Gewohnheiten, Schulschließungen und ungesunde Einflüsse sozialer Medien.“

Trotz der Betrachtung der Patientenakten von mehr als neun Millionen Heranwachsenden ist die Dunkelziffern vermutlich hoch, denn es wurden nur diagnostizierte Essstörungen und Selbstverletzungen erfasst. Fälle, in denen kein Arzt aufgesucht wurde, blieben unberücksichtigt.

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