Krankheitsbild
Beim Stevens-Johnson-Syndrom reagiert das Immunsystem überschiessend. Haut und Schleimhäute werden stark geschädigt und können sich stellenweise ablösen. Betroffen sind häufig Mund, Augen, Nase, der Genitalbereich und die Atemwege. Die Erkrankung erfordert fast immer eine Behandlung im Krankenhaus.
Symptome/Verlauf
Zu Beginn ähneln die Beschwerden oft einem grippalen Infekt. Nach kurzer Zeit entwickeln sich typische Haut- und Schleimhautveränderungen. Zu den wichtigen Symptomen zählen:
- Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen
- Schmerzhafte rote Flecken oder Blasen auf der Haut
- Offene wunde Stellen an Mund, Augen oder im Genitalbereich
Schluckbeschwerden, Augenbrennen, Lichtempfindlichkeit
Der Verlauf kann sich innerhalb weniger Tage deutlich verschlechtern. Je grösser die betroffenen Hautflächen sind, desto schwerer ist die Erkrankung.
Folgen/Komplikationen
Mögliche Komplikationen sind schwere Infektionen, Flüssigkeitsverlust und Narbenbildung. Besonders gefürchtet sind bleibende Augenschäden bis hin zur Erblindung. In schweren Fällen besteht Lebensgefahr, insbesondere wenn innere Organe mitbetroffen sind.
Ursachen/Risikofaktoren
Häufige Auslöser sind bestimmte Medikamente, etwa aus den Gruppen Antibiotika, Schmerzmittel oder Arzneimittel gegen Krampfanfälle. Auch Virusinfektionen können eine Rolle spielen. Ein erhöhtes Risiko besteht bei bestimmten Vorerkrankungen und einer genetischen Veranlagung.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er beendet die auslösende Medikation und behandelt die Erkrankung meistens im Krankenhaus.
Das kann man selbst tun: Bei Verdacht auf diese Erkrankung darf keine Selbstbehandlung erfolgen, sondern es ist umgehend ärztliche Hilfe erforderlich.
Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.