Stevens-Johnson-Syndrom

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  15.04.2026 00:00 Uhr

Das Stevens-Johnson-Syndrom ist eine seltene, aber sehr schwere Erkrankung der Haut und der Schleimhäute. Dabei kommt es zu einer ausgeprägten Entzündungsreaktion, die meist durch Medikamente oder Infektionen ausgelöst wird. Die Erkrankung beginnt oft plötzlich und gilt als medizinischer Notfall.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Beim Stevens-Johnson-Syndrom reagiert das Immunsystem überschiessend. Haut und Schleimhäute werden stark geschädigt und können sich stellenweise ablösen. Betroffen sind häufig Mund, Augen, Nase, der Genitalbereich und die Atemwege. Die Erkrankung erfordert fast immer eine Behandlung im Krankenhaus.

Symptome/Verlauf

Zu Beginn ähneln die Beschwerden oft einem grippalen Infekt. Nach kurzer Zeit entwickeln sich typische Haut- und Schleimhautveränderungen. Zu den wichtigen Symptomen zählen:

  • Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schmerzhafte rote Flecken oder Blasen auf der Haut
  • Offene wunde Stellen an Mund, Augen oder im Genitalbereich

Schluckbeschwerden, Augenbrennen, Lichtempfindlichkeit
Der Verlauf kann sich innerhalb weniger Tage deutlich verschlechtern. Je grösser die betroffenen Hautflächen sind, desto schwerer ist die Erkrankung.

Folgen/Komplikationen

Mögliche Komplikationen sind schwere Infektionen, Flüssigkeitsverlust und Narbenbildung. Besonders gefürchtet sind bleibende Augenschäden bis hin zur Erblindung. In schweren Fällen besteht Lebensgefahr, insbesondere wenn innere Organe mitbetroffen sind.

Ursachen/Risikofaktoren

Häufige Auslöser sind bestimmte Medikamente, etwa aus den Gruppen Antibiotika, Schmerzmittel oder Arzneimittel gegen Krampfanfälle. Auch Virusinfektionen können eine Rolle spielen. Ein erhöhtes Risiko besteht bei bestimmten Vorerkrankungen und einer genetischen Veranlagung.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Er beendet die auslösende Medikation und behandelt die Erkrankung meistens im Krankenhaus.
Das kann man selbst tun: Bei Verdacht auf diese Erkrankung darf keine Selbstbehandlung erfolgen, sondern es ist umgehend ärztliche Hilfe erforderlich.

Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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