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Thema der Woche: Reiseapotheke richtig zusammenstellen

27.06.2018

Krank im Bett zu liegen, ist niemals schön. Noch ärgerlicher ist es, wenn man ausgerechnet im Urlaub krank wird. Gerade auf Reisen außerhalb von Tourismusregionen, bei längeren Flügen und im Urlaub auf hoher See ist eine durchdachte Reiseapotheke wichtig, sagt die Apothekerkammer Hamburg. Wie man mit der richtigen Vorbereitung schnell wieder gesund wird und unangenehme Symptome lindert, lesen Sie im aktuellen Thema der Woche.

Was in die Reiseapotheke gehört, lesen Sie im aktuellen Thema der Woche.
Wer eine Fernreise plant, kann sich vorher in der Apotheke eine individuelle Reiseapotheke zusammenstellen lassen.
© contrastwerkstatt - Fotolia

Je abgelegener der Urlaubsort, desto wichtiger die Reiseapotheke

Wer in exotischen Regionen erkrankt, steht oft vor mehreren Problemen: Neben der Sprachbarriere ist entweder keine Apotheke in der Nähe zu finden oder das benötigte Medikament ist nicht verfügbar. Je abgelegener das Reiseziel, desto intensiver sollte man sich daher Gedanken über Inhalt und Zusammenstellung der Reiseapotheke machen. Ist man in Afrika oder Asien unterwegs, kann die Qualität der Arzneimittel nicht immer gewährleistet werden. Gerade in diesen Regionen kursieren zahlreiche Fälschungen, die bei Einnahme fatale Folgen haben können. Wenn überhaupt, sollten Präparate dort nur in offiziellen Apotheken erworben werden. In Gegenden mit medizinischer Unterversorgung sind neben den entsprechenden Medikamenten auch sterile Verbandsmaterialien, Spritzen oder Einmalhandschuhe sinnvolle Begleiter.

Durchfall: Im Urlaub leider häufig

Durchfall gehört zu den häufigsten Beschwerden im Urlaub. Betroffenen wird geraten, mindestens zwei Liter am Tag zu trinken und den Salzverlust im Körper mit Elektrolyt-Präparaten auszugleichen. Als Sofortmaßnahme kann man auch auf den Wirkstoff Loperamid zurückgreifen. Dieser darf jedoch höchstens 48 Stunden angewandt werden, da er die Darmbewegungen blockiert. Bei Fieber oder Blutschleim im Stuhl ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Um Durchfallerkrankungen vorzubeugen, sollte man Lebensmittel vermeiden, die nicht gekocht oder geschält wurden. Ebenso sind Eiswürfel und andere Lebensmittel, die ungekochtes Leitungswasser enthalten, zu umgehen.

Flüssige Medikamente auf Flugreisen vermeiden

Bei einer Flugreise ist es ratsam, Medikamente im Handgepäck zu verstauen, falls das eingecheckte Gepäck verloren geht. Die Mitnahme von Säften und Tropfen ist zwar möglich, besser es ist jedoch, Präparate als feste Darreichungsform mitzunehmen. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass die Arznei aufgrund des Druckunterschieds in der Kabine ausläuft. Zum anderen gelten für flüssige Arzneimittel die gleichen Bestimmungen wie für andere Flüssigkeiten im Handgepäck: Flüssigkeiten, Cremes und Gels dürfen nur in Einzelbehältnissen von maximal 100 Milliliter im Handgepäck mitgeführt werden. Alle Behältnisse müssen in einem durchsichtigen und wiederverschließbaren Plastikbeutel von maximal 1 Liter eingepackt sein. Pro Person ist nur ein Beutel zulässig, der verschlossen sein muss.

Einfuhrbestimmungen beachten

In Deutschland stellt die Mitnahme fester und flüssiger Arzneien zwar in der Regel kein Problem dar, die Einfuhr in andere Länder kann jedoch möglicherweise zu Problemen führen. Wer auf Arzneimittel angewiesen ist, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, ist gut beraten, sich so früh wie möglich bei Zoll und Sicherheitsbehörden zu informieren. Wichtig ist, zum Reiseantritt entsprechende Nachweise, etwa eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung, mitzubringen. Damit der persönliche Bedarf abgeschätzt werden kann, muss diese auch Angaben über die Dosierung enthalten. Formulare und weitere Informationen sind unter anderem auf der Website des zum Download erhältlich.

Achtung, Seekrankheit

Ob mit dem Auto, Reisebus, Flugzeug oder Schiff: Für viele Menschen ist schon die Anreise zum Urlaubsort eine Herausforderung. Für alle, die unter Reiseübelkeit leiden, gehören entsprechende Medikamente in das Reisegepäck. Reiseübelkeit entsteht, wenn das Gleichgewichtsorgan und die visuelle Wahrnehmung, etwa wegen eines schaukelnden Schiffes, widersprüchliche Signale an das Gehirn senden. Der Körper schüttet daraufhin unter anderem das Stresshormon Histamin aus. Gelangt dieses in großen Mengen in den Blutkreislauf, kommt es zu Übelkeit und Erbrechen. Präparate gegen Seekrankheit enthalten daher oft Antihistamine. Auch verschreibungspflichtige Medikamente mit dem Wirkstoff Scopolamin wirken beruhigend und hemmen den Brechreiz. Bei der Einnahme muss jedoch beachtet werden, dass Antihistamine zu Müdigkeit führen, während Präparate mit Scopolamin sogar Halluzinationen verursachen können. Zwar sind viele Mittel gegen Seekrankheit nicht verschreibungspflichtig, trotzdem heißt das nicht, dass man sie unbedarft einnehmen darf.

Bei Autofahrten hilft es, aus dem Fenster hinaus in die Ferne zu schauen oder eine kurze Pause einzulegen und sich an der Luft zu bewegen. Im Flieger oder bei Busreisen sucht man sich am besten einen Platz relativ weit vorne. Vor der Reise ist es sinnvoll, nur leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen und auf Alkohol zu verzichten. Nichts zu essen, ist auch keine gute Idee, weil ein leerer Magen die Übelkeit oft verstärkt. Bei vielen Menschen verschlimmern sich die Symptome zudem, wenn sie während der Fahrt lesen.

Beratung in der Apotheke

In der Apotheke vor Ort erhalten Urlauber eine individuelle Beratung zum Thema Reiseapotheke. Für ein ausführliches Gespräch ist es ratsam, mindestens zwei Wochen vor Reiseantritt vorbeizukommen. Wer regelmäßig Arzneimittel einnehmen muss, bringt zusätzlich eine Liste aller benötigten Medikamente mit.

AK Hamburg/NK

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