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Urlaub: Jeder Dritte kann nicht abschalten

19.07.2017

Ab der kommenden Woche starten auch in Baden-Württemberg und Bayern die Sommerferien. Für den Großteil der Berufstätigen hierzulande ist der Sommerurlaub die wichtigste Auszeit vom Job. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) sind diese Wochen bei vielen Arbeitnehmern jedoch eher eine Arbeitsunterbrechung als wirkliche Ferien: Drei von zehn geben in der TK-Stressstudie an, auch während des Urlaubs nicht richtig abschalten zu können. Ebenfalls knapp 30 Prozent geben an, dass ihr Job erfordere, ständig erreichbar zu sein.

Viele Deutsche können im Urlaub nicht richtig abschalten.
Einige Arbeitnehmer sind auch im Urlaub für ihren Chef ständig erreichbar. Darunter leidet die Erholung.
© ©anyaberkut - stock.adobe.com

„Dabei wäre abschalten ganz wichtig" erklärt Wiebke Arps, Expertin für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der TK. „Wir brauchen regelmäßige Auszeiten, um zu regenerieren und unsere Arbeitskraft zu erhalten. Auch wer nur kurz die Mails checkt oder mit der Firma telefoniert, empfindet in dem Moment vielleicht keinen Stress, kommt aber auch nicht zur Ruhe. Unser Arbeitsleben ist aber eine Langstrecke. Wer sich nicht über die Ziellinie quälen will, sollte auf sich Acht geben.“ Das scheint vielen Beschäftigten schwer zu fallen. Laut des aktuellen TK-Gesundheitsreports hat sich der Anteil der Fehlzeiten aufgrund von Angst- und Belastungsstörungen in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt. Insgesamt entfällt fast jeder sechste Fehltag in Deutschland inzwischen auf psychische Erkrankungen.

Die Gesundheitsexpertin der TK empfiehlt deshalb, den Urlaub buchstäblich als Gegenbewegung zum Arbeitsalltag zu nutzen: „Wer im Job den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzt, sollte im Urlaub aktiv für Ausgleich sorgen. Wer in seinem Beruf körperlich belastet ist, braucht vielleicht genau das Gegenteil und möchte sich ausruhen", so Arps. Wichtig für alle ist jedoch, den Kopf freizubekommen und möglichst keinen Gedanken an die Arbeit zu verlieren. Hier seien auch die Arbeitgeber gefordert, findet die TK-Expertin: „Wenn fast 30 Prozent der Beschäftigten sagen, sie müssten auch nach Feierabend und im Urlaub erreichbar sein, spricht das nicht für eine gesunde Betriebsorganisation." Laut der TK braucht es in Deutschlands Betrieben deshalb eine Unternehmenskultur, die es den Beschäftigten ermöglicht, gesund zu arbeiten, zu regenerieren und Familie und Beruf in Einklang zu bringen.

TK/NK

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