Bluthochdruck: Senken Entspannungstechniken hohen Blutdruck?

Dr. Karen Zoufal  |  22.04.2026 11:03 Uhr

Stress ist ein großer Risikofaktor für Bluthochdruck: Helfen Entspannungstechniken also auch bei hohem Blutdruck? Die Studienergebnisse sind vielversprechend - zumindest auf kurze Sicht.

Mann macht in einer Gruppe draußen Yoga.
Viele nutzen Yoga gegen Stress. Wirkt die Entspannungstechnik auch bei hohem Blutdruck? Eine Übersichtsarbeit hat das analysiert.
© monkeybusinessimages/iStockphoto

Yoga, Musik, Atemkontrolle: Diese Methoden können entspannen helfen, aber nutzen sie auch bei Bluthochdruck (140/90 mmHg und höher)? Zumindest kurzfristig sind die Ergebnisse einer Übersichtsanalyse vielversprechend. 

Atemkontrolle, Yoga, Biofeedback, progressive Muskelentspannung und Musik häufig untersucht

Dafür wertete das Medizinteam Daten von 54 Studien zu hohem Blutdruck aus und kamen zu dem Ergebnis, dass die meisten Entspannungstechniken Bluthochdruck bis zu drei Monate lang senken konnten. Die häufigsten untersuchten Verfahren waren Atemkontrolle (13 Studien), Yoga/Tai-Chi (11), Biofeedback (8), progressive Muskelentspannung (7) und Musik (7). 

So groß war der Erfolg beim Bluthochdruck

Im Vergleich zu keiner Behandlung senkte Atemkontrolle den systolischen (oberen) Blutdruck um 6,65 mmHg, Meditation um 7,71 mmHg, Tai-Chi und Yoga um 9,58 mmHg, Achtsamkeit um 9,90 mmHg, Musik um 6,61 mmHg, progressive Muskelentspannung um 7,46 mmHg und Psychotherapie um 9,83 mmHg. Kombinierte Techniken senkten den systolischen Blutdruck um 6,78 mmHg. Drei Studien zeigten, dass autogenes (selbstgesteuertes) Training sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck senken konnte. 

Bluthochdruck chronisch, aber langfristiger Nutzen nicht belegt

Für die Dauer von mehr als drei Monaten gab es keine Nachweise für die Wirksamkeit der Entspannungstechniken mehr, denn es gab dazu zu wenige Studien. Ob die Techniken auch langfristig wirken, ist fraglich, schreiben die Forschenden: „Bluthochdruck ist eine chronische Erkrankung, die eine langfristige medikamentöse Behandlung oder Verhaltensänderungen erfordert. Daher ist es unwahrscheinlich, dass Interventionen, die nur für einen kurzen Zeitraum angewendet werden oder nur kurzfristige Vorteile bieten, klinisch nützlich sind.“

Quellen: DOI 10.1136/bmjmed-2024-001098

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast
Gesellschaft

Im Fokus diesmal: der Nutzen von Meniskusoperationen, Augentropfen gegen Kurzsichtigkeit und die…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben