Yoga, Musik, Atemkontrolle: Diese Methoden können entspannen helfen, aber nutzen sie auch bei Bluthochdruck (140/90 mmHg und höher)? Zumindest kurzfristig sind die Ergebnisse einer Übersichtsanalyse vielversprechend.
Atemkontrolle, Yoga, Biofeedback, progressive Muskelentspannung und Musik häufig untersucht
Dafür wertete das Medizinteam Daten von 54 Studien zu hohem Blutdruck aus und kamen zu dem Ergebnis, dass die meisten Entspannungstechniken Bluthochdruck bis zu drei Monate lang senken konnten. Die häufigsten untersuchten Verfahren waren Atemkontrolle (13 Studien), Yoga/Tai-Chi (11), Biofeedback (8), progressive Muskelentspannung (7) und Musik (7).
So groß war der Erfolg beim Bluthochdruck
Im Vergleich zu keiner Behandlung senkte Atemkontrolle den systolischen (oberen) Blutdruck um 6,65 mmHg, Meditation um 7,71 mmHg, Tai-Chi und Yoga um 9,58 mmHg, Achtsamkeit um 9,90 mmHg, Musik um 6,61 mmHg, progressive Muskelentspannung um 7,46 mmHg und Psychotherapie um 9,83 mmHg. Kombinierte Techniken senkten den systolischen Blutdruck um 6,78 mmHg. Drei Studien zeigten, dass autogenes (selbstgesteuertes) Training sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck senken konnte.
Bluthochdruck chronisch, aber langfristiger Nutzen nicht belegt
Für die Dauer von mehr als drei Monaten gab es keine Nachweise für die Wirksamkeit der Entspannungstechniken mehr, denn es gab dazu zu wenige Studien. Ob die Techniken auch langfristig wirken, ist fraglich, schreiben die Forschenden: „Bluthochdruck ist eine chronische Erkrankung, die eine langfristige medikamentöse Behandlung oder Verhaltensänderungen erfordert. Daher ist es unwahrscheinlich, dass Interventionen, die nur für einen kurzen Zeitraum angewendet werden oder nur kurzfristige Vorteile bieten, klinisch nützlich sind.“
Quellen: DOI 10.1136/bmjmed-2024-001098