Baby & Familie

Verändern Hausaufgaben die Persönlichkeit?

04.10.2017

Wer seine Hausaufgaben sorgfältig erledigt, profitiert möglicherweise nicht nur von besserer schulischer Leistung: Auch die Gewissenhaftigkeit steigt im Vergleich zu Schülern, die sich wenig Mühe bei Schulaufgaben geben. Somit scheint die Schule auch die Persönlichkeit nachhaltig zu verändern, sind sich die Wissenschaftler der Universität Tübingen sicher. Die Ergebnisse wurden im Journal of Research in Personality veröffentlicht.

Hausaufgaben könnten die Persönlichkeit positiv verändern.
Nicht nur die Schulnoten steigen, wenn Kinder sich intensiv mit ihren Hausaufgaben auseinandersetzen.
© Friedhelm Albrecht / Universität Tübingen

Schüler, die sich in den Klassen 5 bis 8 bei ihren Hausaufgaben besonders anstrengten, profitierten davon auch in ihrer Gewissenhaftigkeit. Diese nimmt nämlich bei Teenagern normalerweise vor allem in den frühen Jugendjahren ab. Eine gründliche und genaue Auseinandersetzung mit den Hausaufgaben wirkt dieser Entwicklung offensichtlich entgegen, so die Forscher. Bei denjenigen, die sich nur wenig Mühe bei den Hausaufgaben gaben, sank die Gewissenhaftigkeit deshalb auch stark ab. Das sahen übrigens auch die Eltern so: Ihre Einschätzung deckte sich mit der Selbsteinschätzung der Schüler, auch wenn sie die Veränderungen weniger dramatisch wahrnahmen als ihre Kinder.

„Dies zeigt, dass Hausaufgaben nicht nur für die schulische Leistung wichtig und sinnvoll sind, sondern auch für die Persönlichkeitsentwicklung, vorausgesetzt, sie werden gründlich und genau erledigt“, sagt Studienautor Richard Göllner. Die Forscher werteten Daten aus einer Langzeitstudie aus, bei der rund 2.800 Schüler aus Haupt- und Realschulen in Baden-Württemberg sowie aus Mittelschulen in Sachsen von Beginn der 5. Klasse an über drei Jahre jeweils wenige Wochen nach Beginn des Schuljahres befragt wurden. Sie mussten beispielsweise angeben, bei wie vielen der letzten zehn Hausaufgaben in Deutsch und Mathematik sie sich angestrengt hatten. Außerdem mussten sie einschätzen, für wie gewissenhaft sie sich selbst halten und Fragen beantworten, ob sie beispielsweise Pläne machen und diese auch durchführen oder ob sie ordentlich oder bequem und nachlässig sind. Zum Vergleich wurden auch die Eltern befragt, wie gewissenhaft sie ihre Kinder einschätzen und ob diese ihre Aufgaben gründlich erledigen.

NK

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