GesundheitspolitikBeratung

Viele Apotheken finden kein Personal

ABDA/NAS  |  26.09.2023

Wird eine Stelle für einen Apotheker oder eine Apothekerin ausgeschrieben wird, rechnen 40 Prozent der Inhaber damit, dass sie keine einzige Bewerbung erhalten. Zudem fürchten zwei Drittel (63,6 Prozent), dass sich die wirtschaftliche Lage ihrer eigenen Apotheke in den nächsten zwei bis drei Jahren verschlechtert. Das sind Ergebnisse aus dem Apothekenklima-Index 2023, der heute zum Auftakt des Deutschen Apothekertages in Düsseldorf vorgestellt wurde.

Apothekerin, sucht etwas in einer Schublade.
Viele Apotheken haben Probleme, Nachwuchs zu finden.
© Halfpoint/iStockphoto

Der Pessimismus in den Apotheken in Bezug auf die eigene wirtschaftliche Lage und den anhaltenden Nachwuchs- und Personalmangel nimmt zu. Das geht aus dem Apothekenklima-Index 2023 hervor, einer repräsentativen Meinungsumfrage von IQVIA im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Wie groß der wirtschaftliche Druck ist, der auf den Apotheken lastet, zeigt sich in den Fragen nach dem Apothekenhonorar: Neun von zehn Apothekerinnen und Apothekern (90,4 Prozent) wünschen sich, dass bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen in den nächsten zwei bis drei Jahren auf der politischen Tagesordnung stehen. Vier von fünf Befragten sagen, dass die Erhöhung des Festzuschlags pro rezeptpflichtigem Arzneimittel von derzeit 8,35 Euro (80,0 Prozent) sowie dessen Dynamisierung (84,2 Prozent) für sie oberste Priorität haben.

Zahl der Apotheken auf einem historischen Tiefstand

„Die Apotheken mühen sich ab, haben dabei aber den Eindruck, dass ihr Einsatz in der Gesundheitspolitik weder ausreichend wahrgenommen, noch sonderlich gewürdigt oder gar angemessen honoriert wird. Seit Jahren immer stärker sinkende Apothekenzahlen, akuter Nachwuchs- und Personalmangel sowie inflations- und tarifvertragsbedingte Kostensteigerungen machen dabei deutlich, dass es nicht um eine Verbesserung der Lage geht, sondern um ein bloßes Halten des aktuellen Niveaus bei der flächendeckenden Arzneimittelversorgung der Bevölkerung zwischen Ostsee und Alpen“, verdeutlicht ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening die aktuelle Lage.

Overwiening weiter: „Die Apothekerschaft fordert 12 Euro pro verordnetem Medikament oder - anders ausgedrückt – 2,7 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich, um die Arzneimittelversorgung auch künftig sicherzustellen. Eine verantwortungsvolle Gesundheitspolitik nimmt die Anliegen der Apotheken ernst – und handelt dementsprechend. Herr Minister Lauterbach: Beantworten Sie unsere Fragen, wie Sie die wohnortnahe Arzneimittelversorgung über die Apotheken vor Ort für die Menschen in diesem Land sichern wollen!“. Overwiening weist auch darauf hin, dass die Apothekenzahl wegen der fehlenden Zukunftsperspektiven für die Apotheken seit Jahren sinkt und nun auf einem historischen Tief angekommen ist.

Für den Apothekenklima-Index 2023 werden seit 2016 jedes Jahr 500 Apothekeninhaberinnen und - inhaber bundesweit befragt. Der Bericht wurde heute zum Auftakt des Deutschen Apothekertags vorgestellt, der in diesem Jahr vom 27. bis 29. September 2023 in Düsseldorf stattfindet. Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach wird sich am Mittwochnachmittag bei der Eröffnungsveranstaltung mit einem Grußwort an die Apothekerschaft wenden. An diesem „Tag der Antworten“ werden viele Apotheken bundesweit von 13 bis 16 Uhr geschlossen sein, um dem Minister live zuzuhören. Denn: Die ABDA hatte dem Minister zuvor sechs Fragen zur zukünftigen Arzneimittelversorgung gestellt, die der Lauterbach in seiner Rede beantworten soll.

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