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Viele Menschen überschätzen ihre Schlaflosigkeit

Dr. Karen Zoufal  |  29.01.2021

Menschen mit Schlafstörungen schätzen ihre Schlafdauer oft deutlich kürzer ein, als sie tatsächlich ist. Besonders Menschen mit Insomnie, die schlecht ein- und durchschlafen können, neigen dazu, sie zu unterschätzen.

Junge Frau, liegt nachts wach im Bett und ist verzweifelt.
Schlafstörungen bringen Betroffene oft an den Rande der Verzweiflung.
© AndreyPopov/iStockphoto

Eine Analyse von Patienten mit Schlafstörungen in einem Schlaflabor, bei der die Schlaftiefe sowie der Muskelaktivität und Atmung gemessen wurden, ergab: Die Messergebnisse weichen von der eigenen Einschätzung der Schlafqualität und -dauer deutlich ab. Menschen mit Ein- und Durchschlafstörungen unterschätzten ihre Schlafdauer im Schnitt um 46 Minuten, in Einzelfällen sogar bis zu über 4 Stunden. Auch die Zeit, die sie zum Einschlafen brauchten, schätzten sie oft falsch ein. Bei Personen mit anderen Schlafstörungen war es dagegen eher umgekehrt: Sie überschätzten ihre Schlafdauer: Patienten mit Parasomnien und schlafbezogenen Atmungsstörungen um ca. 25 Minuten, Patienten mit Hypersomnie oder schlafbezogenen Bewegungsstörungen um etwa elf Minuten. Dies berichten die Forscher der MedUni Wien in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Sleep Medicine“.

Die Wissenschaftler folgern aus den Ergebnissen, dass die verbreiteten Fehleinschätzungen auch eine wichtige Rolle bei der Therapie spielen könnten. „Die Integration dieser Fehlwahrnehmung in die Verhaltenstherapie kann den Behandlungserfolg deutlich verbessern“, sagte die Neurologin Karin Trimmel. Daher empfehle sie eine Untersuchung im Schlaflabor auch bei Patienten mit schwer behandelbaren Schlafstörungen.

Für die Studie wurden Daten von über 300 Personen ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass 32 Prozent von ihnen an Ein- und Durchschlafstörungen litten, 27 Prozent hatten Störungen der Atmung im Schlaf, bei 15 Prozent traten Bewegungsstörungen auf, 14 Prozent hatten ein stark erhöhtes Schlafbedürfnis (Hypersomnie oder Narkolepsie) und 12 Prozent zeigten Verhaltensauffälligkeiten im Schlaf, beispielsweise Zähneknirschen oder Schlafwandeln.

Quelle: 10.5664/jcsm.9086

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