Baby & Familie

Weniger Frühchen in der Covid-19-Pandemie

23.07.2020

Während des Lockdowns aufgrund der Coronavirus-Pandemie kamen deutlich weniger Frühgeborene zur Welt als sonst. Lag es daran, dass die werdenden Mütter weniger Stress hatten? Forscher spekulieren über die Gründe.

Während der Corona-Krise sind deutlich weniger Frühchen zur Welt gekommen.
Wird ein Baby vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren, dann gilt es als Frühchen.
© iStock.com/Pixelistanbul

Die „New York Times“ berichtet über einen erfreulichen Nebeneffekt des Corona-bedingten Lockdowns: In mehreren Ländern hätten Ärzte überrascht festgestellt, dass drastisch weniger Frühchen geboren wurden als sonst.

So sei es laut einer Publikation des University Maternity Hospital Limerick in Irland in der Zeit der strikten Kontaktbeschränkungen zu einem Rückgang der Frühgeborenen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht um 73 Prozent gekommen. Das Krankenhaus versorgt als Geburtsklinik 473.000 Personen und verzeichnete in den Jahren 2001 bis 2019 in den Monaten Januar bis April durchschnittlich 8,18 solche Frühchen pro 1.000 Lebendgeburten. Im selben Zeitraum des Jahres 2020 waren es nur 2,17.

Ähnliches berichten Forscher des Statens Serum Institut in Kopenhagen. Laut dem nationalen Geburtenregister seien während des Lockdowns in Dänemark 90 Prozent weniger Babys als extreme Frühgeburten, das heißt vor der Schwangerschaftswoche 28, zur Welt gekommen als in den fünf Jahren zuvor.

Weniger Stress und Krankheitserreger

Über die Gründe für das Phänomen können die Forscher noch keine klare Aussage machen. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass schwangere Frauen während des Lockdowns weniger Stress und mehr Schlaf und Unterstützung durch ihre Familien erfuhren. Auch Infektionen mit anderen Erregern als dem Coronavirus wurden durch die Kontaktbeschränkungen vermieden. Ein Rückgang der Luftschadstoffe durch die Einschränkungen des Straßenverkehrs kommt möglicherweise auch als Erklärung in Betracht. Weitere Forschung auf diesem Gebiet sei den Wissenschaftlern zufolge vielversprechend und könne Wege aufzeigen, wie sich Frühgeburten künftig besser verhindern lassen.

PZ/NK

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