Senioren

Wie Greebles helfen, Alzheimer aufzuspüren

12.04.2017

Ein einfacher Test, bei dem Studienteilnehmer eine abweichende Figur in einer Gruppe identifizieren müssen, könnte dabei helfen, die Alzheimer-Krankheit schon sehr früh zu erkennen. Dies berichten Forscher in der Fachzeitschrift Journal of Alzheimer’s Disease.

Greebles könnten helfen, die Alzheimer-Krankheit früh zu erkennen.
Welche Figur unterscheidet sich von den drei anderen? Mithilfe eines solchen Tests könnte es möglich sein, Alzheimer früh zu erkennen.
© Michael J. Tarr, Center for the Neural Basis of Cognition and Department of Psychology, Carnegie Mellon University

Greebles sind weder Käfer noch andere Tiere oder reale Objekte. Es handelt sich um durch Computergrafik erzeugte Objekte, die es in der Realität nicht gibt und die deshalb für die Betrachter völlig fremd sind. Diese Grafiken sowie Bilder von realen Objekten, menschlichen Gesichtern und bestimmten Szenerien nutzen Emily Mason und Kollegen von der University of Louisville für einen Test, bei dem Studienteilnehmer unter vier Objekten den „Ausreißer“ finden sollten. Die Studienteilnehmer waren zwischen 40 und 60 Jahren alt, wobei ein Teil aufgrund der familiären Vorgeschichte ein erhöhtes Risiko für Alzheimer-Demenz hatte.

Es zeigte sich, dass alle Testpersonen bei Bildern von realen Dingen, Gesichtern und Szenerien etwa gleich gut abschnitten. Allerdings taten sich Teilnehmer mit familiär erhöhtem Alzheimer-Risiko schwerer, den Ausreißer unter den Greebles zu identifizieren. Während Risikopersonen den nicht passenden Greeble in nur 78 Prozent der Fälle korrekt benannten, gelang dies Teilnehmern der Kontrollgruppe in 87 Prozent der Fälle. Weitere Studien müssten zeigen, ob die Personen, die bei dem Test schlecht abschnitten, zehn oder zwanzig Jahre später tatsächlich an Alzheimer erkranken. In Kombination mit Biomarkern und der Krankheitsgeschichte könnte der Erkennungstest mit Greebles eine Möglichkeit darstellen, erste Anzeichen der Alzheimer-Krankheit Jahrzehnte vor dem Auftreten sichtbarer Symptome zu erkennen. Die Forscher hoffen so, Risikopersonen in Zukunft mit neuen Medikamenten bereits deutlich früher und besser behandeln zu können.

HH

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