Baby & Familie

Pucken: Wie sinnvoll ist das feste Wickeln des Babys?

14.11.2011

Das stramme Wickeln von Babys, "Pucken" genannt, soll die Kleinsten beruhigen und wird daher von manchen Hebammen und in Ratgeberbüchern empfohlen. Möglicherweise beruhigt es eher die Eltern, meinen Skeptiker.

Baby fest eingewickelt
Beim "Pucken" werden Babys fest in Tücher gewickelt.
© pegbes - Fotolia

Das feste Wickeln von schreienden Babys soll diese beruhigen, das Risiko für einen plötzlichen Kindstod vermindern und Schlafstörungen entgegen wirken. So argumentieren Befürworter des sogenannten "Puckens". Bei dieser Wickelmethode werden die Kleinen so fest in Tücher verschnürt, dass keine Bewegung mehr möglich ist. Dass diese Methode des Wickelns in verschiedenen Varianten seit Jahrtausenden praktiziert wird, muss jedoch nicht automatisch als Beleg für seine Wirksamkeit gelten. Auch wissenschaftliche Belege fehlten, schreibt Psychologe Dr. Ralph Frenken in der neuesten Ausgabe von "Psychologie heute".

So vermindere eher das Schlafen in Rückenlage das Risiko für einen plötzlichen Kindstod als das feste Wickeln, so der Psychologe. Er zitiert außerdem eine Studie, nach der das Pucken das Risiko sogar erhöhen könnte, da dabei die Gefahr einer Überwärmung bestehe, vor allem, wenn das Baby an einem fiebrigen Infekt leide. Studien zufolge beeinflusst das feste Wickeln außerdem das Verhältnis der verschiedenen Schlafphasen zueinander. Die Frage, ob die motorische Entwicklung gepuckter Babys verzögert wird, können Forscher noch nicht eindeutig beantworten. Sicher belegen Untersuchen jedoch, dass das Wickeln das Risiko für Fehlstellungen der Hüfte erhöhen kann. Zudem steige das Risiko für Atemwegsinfekte um das Vierfache.

Befürworter meinen, die Kleinen würden beim Pucken in eine Lage gebracht, die der des Ungeborenen im Mutterleib entspreche und so Geborgenheit vermittle. Möglicherweise beruhigten sich die Babys jedoch eher aus Erschöpfung und Resignation, meint Frenken. Auch könnte es sich um einen Schutzmechanismus handeln, mit dem der Säugling in seiner ausweglosen Lage versucht, durch Schlafen Kraft zu sparen. In den vergangenen Jahrtausenden habe es verschiedenste Begründungen gegeben, Babys fest einzupacken, so Frenken. In der heutigen Zeit stehe möglicherweise eher der Wunsch der Eltern nach ruhigen Kindern im Vordergrund. Er rät von dieser Methode des Wickelns ab, da seiner Ansicht nach die Nachteile überwiegen.

MP

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