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Mehr als 300 Apotheken mussten im Corona-Jahr 2020 schließen

Natascha Koch  |  05.02.2021

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist zum Jahresende 2020 um 322 auf 18.753 gesunken. Ende 2019 waren es noch 19.075. Damit liegt der Rückgang nun schon im dritten Jahr in Folge bei mehr als 300 Apotheken. Das zeigen Erhebungen der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, die auf den Meldungen der Landesapothekerkammern in allen 16 Bundesländern beruhen.

Apotheker mit Patienten, beide tragen eine Maske.
Apotheken haben in der Corona-Pandemie einen großen Beitrag zur Versorgung der Bürger beigetragen - unter anderem durch Botendienste und die Verteilung kostenfreier FFP2-Masken.
© LightFieldStudios/iStockphoto

Die Apothekendichte in Deutschland liegt damit nun bei 23 Apotheken pro 100.000 Einwohnern und damit deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 32 Apotheken auf 100.000 Einwohner. Noch stärker als die Zahl der Apotheken ist 2020 die Zahl der selbständigen Apothekerinnen und Apotheker gesunken, die als freie Heilberufler einen Apothekenbetrieb mit bis zu drei Filialen unterhalten dürfen: Ihre Zahl ist um 363 auf 14.110 gefallen.

Zahl der Apotheken geht kontinuierlich zurück

„Seit Beginn der Corona-Pandemie verstehen die Menschen besser denn je, wie wichtig eine verlässliche, flächendeckende Arzneimittelversorgung ist“, sagt ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening. „Unser System hat sich als sehr krisenfest erwiesen. Aber die bundesweite Versorgungssicherheit ist kein Selbstläufer, denn seit mehr als einem Jahrzehnt geht die Zahl der Apotheken zurück. Wir müssen die Entwicklung dringend stabilisieren.“ Das im Herbst verabschiedete Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz sei dafür ein erster Schritt: Es schaffe neue Möglichkeiten für die Apotheken, sich für mehr Versorgungssicherheit einzubringen. Zudem biete es eine gute Perspektive, insbesondere auch für den Apotheker-Nachwuchs. „Diese Möglichkeiten müssen in den kommenden Monaten und Jahren mit Leben gefüllt werden. Gerade junge Apothekerinnen und Apotheker müssen von der Gesellschaft das Signal bekommen, dass sie überall im Land gebraucht und als kompetente Arzneimittelexperten geschätzt werden“, so Overwiening.

Die ABDA-Präsidentin möchte in den nächsten Monaten vor allem zwei Projekte voranbringen, die die Patientenversorgung und zugleich die Zukunftsaussichten der Apotheken verbessern können: die Einführung des E-Rezeptes sowie die Verankerung neuer pharmazeutischer Dienstleistungen als Antwort auf Defizite in der Versorgung der Gesetzlichen Krankenversicherung.

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