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Zoll findet immer mehr gefälschte Arzneimittel

12.09.2013

Deutsche Zollbehörden haben alleine im ersten Halbjahr 2013 1,4 Millionen gefälschte Tabletten, Pulver und Ampullen sichergestellt. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Aus diesem Anlass warnen Zoll, Polizei, Arzneimittelhersteller und Apotheker vor den hohen gesundheitlichen Risiken von Arzneimittelfälschungen.

Entdeckung feläschter Medikamente beim Zoll
1,4 Millionen gefälschte Tabletten, Pulver und Ampullen hat der Zoll allein im ersten Halbjahr 2013 sichergestellt.
© Zoll

Die Warnung gilt besonders für Bestellungen im Internet. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation zufolge ist jedes zweite dort gekaufte Medikament gefälscht. Von den Verbrauchern könnten die Fälschungen kaum von originalen Arzneimitteln unterschieden werden. Gefälscht werden nicht nur Medikamente gegen Erektionsstörungen sondern auch Mittel bspw. zur Behandlung von Magengeschwüren, hohem Cholesterin, Bluthochdruck, Depression, Rheuma oder auch Verhütungsmittel.

Gefährlich sind die Fälschungen, da sie gar keinen, den falschen, zu wenig oder zu viel Wirkstoff enthalten können. Sie werden häufig in Hinterhöfen und Garagen unter unhygienischen Bedingungen hergestellt und enthalten oftmals bedenkliche oder giftige Substanzen. Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker, rät daher dringend, keine Arzneimittel aus dubiosen Quellen im Internet zu kaufen.

Zoll und Polizei suchen zudem gezielt nach Fälschungen, um sie aus dem Verkehr zu ziehen. Rüdiger Klausmann von der International Police Organization (INTERPOL) ergänzt: "Verbraucher können wir schützen, indem wir illegale Online-Shops schließen, gefälschte pharmazeutische Produkte konfiszieren und die Kriminellen vor Gericht bringen."

Arzneimittelhersteller, Apotheker und Großhändler setzen derzeit ihr Wissen und großes Engagement in ein neues Sicherheitssystem ein, mit dem ab 2017 Arzneimittel europaweit vor Abgabe an den Patienten in der Apotheke auf Echtheit geprüft werden können. In Deutschland wird das System securPharm bereits seit Anfang 2013 getestet. Dabei wird auf jeder Medikamentenpackung ein zweidimensionaler sogenannter "Data Matrix Code" aufgedruckt, mit der die Packung eindeutig zurückverfolgt werden kann.

ABDA/FH

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