Heiserkeit
Was ist das? - Definition
Heiserkeit ist eine Störung der Stimme, bei der sie rau, kratzig, belegt oder schwach klingt. Ursache ist meist eine Reizung oder Entzündung der Stimmbänder, zum Beispiel durch eine Erkältung, Überlastung der Stimme oder trockene Luft.
Krankheitsbild
Heiserkeit, auch Dysphonie genannt, bezeichnet eine Störung der Stimmgebung, bei der die Stimme rau, belegt, kratzig oder weniger belastbar klingt. Häufig liegt eine Reizung oder Entzündung der Stimmbänder vor, etwa durch einen Infekt der oberen Atemwege oder durch intensive stimmliche Nutzung. Typisch sind zudem ein Trockenheits- oder Kratzgefühl im Hals, vermehrter Räusperdrang sowie das Gefühl, nicht mehr die gewohnte Stimmkraft zu erreichen.
Symptome / Verlauf
Die Symptome der Heiserkeit äussern sich vor allem in einer veränderten Stimmqualität: Die Stimme:
- klingt rau, kratzig, belegt oder hauchig
- ist oft weniger belastbar
- kann leiser werden, schneller ermüden oder in schweren Fällen zeitweise ganz aussetzen
- Häufig tritt auch ein Kratzen oder Brennen im Hals auf, ein Trockenheitsgefühl sowie vermehrter Räusperzwang.
Manche Betroffene berichten zudem über ein Fremdkörpergefühl im Hals oder ein leichtes Druckgefühl beim Sprechen.
Folgen / Komplikationen
Zu Komplikationen zählen eine chronische Entzündung des Kehlkopfes (Laryngitis) sowie strukturelle Veränderungen der Stimmbänder, wie Stimmlippenknötchen, Polypen oder Oedeme. In seltenen Fällen kann eine länger bestehende Heiserkeit auch Hinweis auf ernstere Erkrankungen im Kehlkopfbereich sein, insbesondere wenn zusätzliche Symptome auftreten.
Ursachen / Risikofaktoren
Im Kehlkopf befinden sich zwei Bänder, die Stimmbänder oder Stimmlippen. Sie sind von vorne nach hinten in der Form eines umgedrehten "V" gespannt. Die aus der Lunge ausströmende Luft versetzt die Stimmbänder in Schwingungen. Dadurch entsteht ein Ton und somit die Stimme. Die Stimmbänder sind hinten an zwei beweglichen Knorpelstücken befestigt. Durch eine Veränderung der Knorpelstellung können die Bänder unterschiedlich gespannt oder die Ritze zwischen ihnen verstellt werden. Die Stimme kann so verschiedene Tonhöhen und Färbungen annehmen.
Können die Stimmbänder nicht richtig schwingen, klingt die Stimme rau oder krächzend, also heiser, oder fällt ganz aus. Dafür gibt es viele Ursachen:
- eine Entzündung, die durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird (Kehlkopfentzündung) kann die Stimmbänder anschwellen lassen oder zu schleimigen Auflagerungen führen
- eine Überbeanspruchung lässt die Stimme schnell heiser werden. Das passiert besonders bei Berufsgruppen leicht, die viel reden müssen, wie Lehrer, Schauspieler oder Sänger.
- eine Reizung etwa durch Zigarettenrauch, sehr trockene Luft oder Reizstoffe
- gutartige, aber auch bösartige Tumoren auf den Stimmbändern können die Schwingung behindern.
- Nervenschädigungen können sich auf die Ritzenöffnung oder die Spannung der Bänder auswirken und sie in ihrer Funktion stören. Zu solchen Nervenschädigungen kann es zum Beispiel durch Tumoren, Ausbuchtungen der Aorta, Nervenerkrankungen oder Schilddrüsenvergrösserungen kommen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Dauern die Beschwerden länger als ein bis zwei Wochen an, sollte man einen Arzt aufsuchen.
Das kann man selbst tun: Die meisten Ursachen für Heiserkeit sind harmlos und die Stimme kehrt bald zurück. Die Stimme sollte bei Heiserkeit geschont werden. Das bedeutet nicht sprechen, aber auch nicht flüstern, denn flüstern strengt die Stimme extrem an. Betroffene sollten zudem viel trinken und auf Rauchen verzichten, ebenso auf Alkohol und scharfe Gewürze.
Befeuchtende Lutschpastillen, schluckweise getrunkener Tee oder Inhalieren mit Salbei oder Kamille können helfen, Entzündungen zu dämpfen und die Stimmbänder abschwellen zu lassen. Eine befeuchtende und reizlindernde Wirkung haben zudem Präparate mit Isländisch Moos, Eibisch, Primel oder Malve.
Bearbeitungsstand: 19.03.2026
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.