Magnesium einnehmen: Wann Präparate sinnvoll sind – und wann nicht

pta-ForumKatrin Faßnacht-Lee  |  01.06.2026 15:13 Uhr

Magnesium gilt als wichtiger Mineralstoff für Muskeln, Nerven und den Energiestoffwechsel. Viele Menschen greifen deshalb zu Nahrungsergänzungsmitteln. Doch nicht immer ist zusätzliches Magnesium nötig – und die konkrete Magnesiumverbindung meist nicht entscheidend.

Junger Mann sitzt auf dem Bett und fasst sich an die Wade.
Nächtliche Wadenkrämpfe können ein Hinweis auf einen Magnesiummangel sein.
© Staras/iStockphoto

Magnesium übernimmt im Körper viele Aufgaben. Es ist an der Funktion von Muskeln und Nerven beteiligt, unterstützt die Energiegewinnung und trägt zu einem stabilen Herzrhythmus bei. Außerdem ist es Bestandteil von Knochen und Zähnen. 

Wodurch kann ein Magnesiummangel entstehen?

Ein Mangel kann unter anderem durch bestimmte Erkrankungen des Verdauungstrakts, Diabetes, starken Alkoholkonsum, anhaltenden Durchfall oder starkes Schwitzen begünstigt werden. Auch einige Medikamente wie Entwässerungsmittel oder Protonenpumpenhemmer gegen Sodbrennen können die Magnesiumversorgung beeinflussen. 

Mögliche Anzeichen sind:

  • Müdigkeit
  • Schwäche
  • Übelkeit oder Appetitlosigkeit
  • Muskelkrämpfe
  • Kribbeln
  • Taubheitsgefühle
  • Herzrhythmusstörungen

Welche Magnesiumverbindung ist die beste?

In Nahrungsergänzungsmitteln steckt Magnesium in unterschiedlichen Formen, etwa als Magnesiumoxid, Magnesiumcitrat oder Magnesiumbisglycinat. Häufig wird der Eindruck vermittelt, dass einzelne Magnesiumverbindungen besondere Vorteile bieten. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass vor allem die aufgenommene Magnesiummenge entscheidend ist und die gesundheitliche Wirkung nicht von einer bestimmten Magnesiumform abhängt.

Maßgeblich ist daher nicht die Gesamtmenge der Magnesiumverbindung, sondern vielmehr die auf der Packung angegebene Menge an Magnesium. Nach Angaben der Apothekerkammer Niedersachsen beruht die gesundheitliche Wirkung auf dem aufgenommenen Magnesiumanteil und kann bei ausreichender Dosierung mit den verschiedenen verfügbaren Magnesiumverbindungen erzielt werden.

So wird Magnesium richtig eingenommen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel maximal 250 Milligramm Magnesium pro Tag. Sinnvoll ist es, die Tagesmenge auf mehrere Portionen zu verteilen. Außerdem braucht der Körper Zeit: Um einen tatsächlichen Mangel auszugleichen, sollte die Einnahme über mehrere Wochen erfolgen. 

Zu viel Magnesium als Nahrungsergänzung kann Probleme machen

Die häufigste Folge einer Überdosierung ist Durchfall. Außerdem kann ein Zuviel die Aufnahme anderer Mineralstoffe wie Eisen, Zink oder Calcium beeinträchtigen. Vorsicht ist auch bei bestimmten Medikamenten geboten, etwa einigen Antibiotika, deren Wirkung durch Magnesium abgeschwächt werden kann. 

Wer Herz- oder Nierenerkrankungen hat oder entsprechende Medikamente einnimmt, sollte eine zusätzliche Magnesiumzufuhr vorab mit der Apotheke oder dem behandelnden Arzt besprechen. Vor dem Griff zum Präparat lohnt sich deshalb die Frage: Braucht mein Körper zusätzliches Magnesium überhaupt – oder liegt bereits genug davon auf dem Teller?

In welchen Lebensmitteln steckt Magnesium?

Wer sich ausgewogen ernährt und regelmäßig Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse oder Samen isst, ist nach Angaben der Apothekerkammer Niedersachsen meist ausreichend versorgt. Eine generelle Magnesium-Unterversorgung gibt es in Deutschland nicht. 

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