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Die Zahl der am Coronavirus Erkrankten steigt täglich.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Coronavirus von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
© Enzo Nguyen@Tercer Ojo Photograp/iStockphoto

Do. 23. Januar 2020

Coronavirus: Welche Gefahr besteht wirklich?

Ein neuartiges Coronavirus sorgt weltweit für Aufregung. Chinesische Behörden haben die Millionenstadt Wuhan abgeriegelt, und die Weltgesundheitsorganisation berät bei einer Krisensitzung, ob der internationale Gesundheitsnotstand auszurufen ist. Wie ist die Gefahr in Europa zurzeit einzuschätzen?

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Die Coronaviren erhielten ihren Namen aufgrund der typischen Form: unter sehr hoch auflösenden Mikroskopen erkennt man nämlich eine Hülle um das Viruspartikel, die wie eine Krone – lateinisch "corona" – aussieht. Es existieren diverse Typen des Virus, viele von ihnen befallen Vögel oder Säugetiere. Einige haben sich auf den Menschen als Wirt spezialisiert. Fast jeder infiziert sich im Leben mit Coronaviren. Als typische Erkältungskeime lösen sie Symptome wie Schnupfen, Halsschmerzen oder Fieber aus, die schnell wieder abklingen. Selten kommt es zu Infektionen der unteren Atemwege, also zu Lungenentzündungen oder Bronchitis. Dies betrifft hauptsächlich Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Gelegentlich überwindet ein Virus die Artengrenze, überträgt sich also vom Tier auf den Menschen. So geschehen bei SARS (Severe acute respiratory syndrome) oder MERS (Middle east respiratory syndrome). Die SARS-Pandemie 2002/2003 forderte hunderte Todesopfer.

Virus könnte von Schlangen stammen

Das Auftreten des neuen Coronavirus wird mit einem Fischmarkt in der chinesischen Metropole Wuhan in Zusammenhang gebracht, auf dem auch Handel mit Wildtieren betrieben wird. Chinesische Wissenschaftler gehen nach einer Genanalyse davon aus, dass das Virus wahrscheinlich von Schlangen auf den Menschen übergesprungen ist. Mittlerweile sind auch Personen erkrankt, die sich nicht auf dem genannten Markt aufgehalten haben sowie medizinisches Personal. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung gilt damit als sicher. Das neuartige Coronavirus löst grippeähnliche Symptome wie Fieber und Atembeschwerden aus. Äußerlich ist eine durch dieses Virus verursachte Erkrankung nicht von einer Grippe zu unterscheiden, nur eine Analyse im Labor ermöglicht eine genaue Diagnose. Spezielle Medikamente gibt es bislang nicht, ebensowenig einen Impfstoff. Die Behandlung erfolgt demnach nur symptomatisch.

Gefahr für Deutschland und Europa?

Das Auswärtige Amt schätzt das Risiko für deutsche Reisende in China als moderat ein. Reisende sollten aber den Kontakt zu kranken Menschen und Tieren vermeiden sowie auf eine besonders sorgfältige Handhygiene zu achten. Die Ausreise aus Wuhan ist momentan nicht möglich, da sämtliche Verkehrsanbindungen gekappt sind. Die chinesischen Behörden versuchen auf diese Weise, die weitere Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Wie sich das Virus auf der Welt ausbreitet, zeigt eine Echtzeit-Karte des Center for Systems Science and Engineering der Johns-Hopkins-Universität.

BS

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