GenussGesundheit

Auch wenige Gläser Wein pro Woche schaden der Gesundheit

ZOU  |  01.02.2022

Bisher nahm man an, dass mäßiger Alkoholkonsum der Gesundheit nicht schadet und Rotwein in Maßen sogar gesund ist. Wein ist sogar Bestandteil der Mittelmeerdiät – einer der gesündesten Ernährungsweisen überhaupt. Britische Forscher kamen nun in der Fachzeitschrift „Clinical Nutrition“ zu dem Ergebnis, dass diese Annahmen auf schlechter Wissenschaft beruhen.

Zwei Erwachsene, stoßen mit Rotwein an.
Selbst wenig Alkohol kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
© Inside Creative House/iStockphoto

Studien aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass Menschen, die wenig bis moderat Alkohol trinken, seltener einen Herzinfarkt bekommen als Abstinenzler. Das stellen Forscher in Frage, die eine riesige Datenbank aus Großbritannien ausgewertet haben: Sie meinen, dass die Erkenntnis auf schlechter Wissenschaft basiert. Selbst weniger als die derzeit empfohlene Menge an Alkohol ist ihren Ergebnissen nach mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme verbunden.

Ihr Vergleich zeigte bei Personen, die nur sehr wenig Alkohol tranken, dass Wein minimal vor Durchblutungsstörungen des Herzens schützte, aber nicht vor anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei anderen alkoholischen Getränken wie Bier und Spirituosen war gar kein Schutz zu beobachten, auch nicht bei weniger als der maximal empfohlenen Menge Alkohol (in Großbritannien 140 Milliliter reiner Alkohol pro Woche). Im Gegenteil: Jeglicher Konsum erhöhte das Risiko, aufgrund einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ins Krankenhaus zu müssen.

„Die sogenannte J-förmige Kurve der Beziehung zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Alkoholkonsum, die auf gesundheitliche Vorteile durch einen geringen bis mäßigen Alkoholkonsum hindeutet, ist der größte Mythos, seit uns gesagt wurde, Rauchen sei gut für uns“, meint Dr. Rudolph Schutte von der Anglia Ruskin University in Chelmsford.

Der Grund dafür: Viele Menschen trinken aufgrund einer Krankheit keinen Alkohol, und wenn sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekommen, hat dies mit der Grunderkrankung zu tun und nicht damit, dass sie nicht trinken. Sie mit in die Auswertung einzubeziehen, kann also die Ergebnisse verfälschen. Deshalb schlossen die Forscher chronisch Kranke Personen und ehemalige Alkoholiker von ihrer Analyse aus. Sie hatten Daten der UK Biobank aus fast sieben Jahren ausgewertet, in der sich 333.259 Alkoholtrinker und 21.710 Personen befanden, die noch nie Alkohol getrunken hatten. Auffällig war, dass die dauerhaften Abstinenzler älter waren, einen höheren BMI und Blutdruck hatten und körperlich weniger aktiv waren als diejenigen, die Alkohol tranken – ebenfalls Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Quelle: DOI 10.1016/j.clnu.2021.12.009

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