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Corona-Pandemie hat die Lebenserwartung verändert

Dr. Karen Zoufal  |  06.10.2021

In 27 von 29 Ländern hat die Covid-19-Pandemie die Lebenserwartung verändert. Mit etwa zwei Jahren waren die Einbußen an Lebenszeit bei Männern in den USA und in Litauen besonders hoch, berichten Forscher des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock (MPIDR).

Junges Mädchen mit Maske, schaut aus dem Fenster in die Ferne..
Die Corona-Pandemie hat nicht nur den Alltag stark verändert, sondern auch die Lebenserwartung in vielen Ländern.
© iStock.com/Maria Casinos

Im Vergleich zu 2019 war die Lebenserwartung 2020 in 27 von 29 Ländern niedriger als zuvor – bei Männern in elf Ländern und Frauen in acht Ländern sogar um mehr als ein Jahr. Jonas Schöley vom MPIDR sagte: „Diese Zahlen unterstreichen das historische Ausmaß der Pandemie. In vielen westeuropäischen Ländern wie Spanien, England, Italien, Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Schweden gab es seit dem Zweiten Weltkrieg keine Verluste in dieser Größenordnung mehr.“ In Deutschland sank die Lebenserwartung vergleichsweise wenig: bei Männern um gute vier und bei Frauen um weniger als drei Monate.

Weiter gestiegen ist die Lebenserwartung nur in Dänemark und Norwegen. Dort gab es relativ wenig Tote durch Covid-19 und gleichzeitig sank die Sterblichkeit durch andere Todesursachen – ein Trend, der vor der Pandemie dazu geführt hatte, dass die Lebenserwartung in ganz Europa von Jahr zu Jahr stetig angestiegen war.

Genau genommen handelt es sich um die „Perioden-Lebenserwartung“. Diese bezieht sich auf einen Jahreszeitraum und sinkt, wenn dass Risiko zu sterben innerhalb eines Jahres höher ist als im Jahr zuvor. Das kann zum Beispiel durch eine Hitzewelle oder wie derzeit durch eine Pandemie passieren. Ist die Sterblichkeit geringer als im Vorjahr, so steigt die Perioden-Lebenserwartung. „Trotz der Bezeichnung Lebenserwartung lassen sich aus den Werten keine Schlussfolgerungen über den Einfluss der Pandemie auf die durchschnittliche Lebensspanne von Kindern ziehen, die 2020 geboren wurden“, erläuterte Schöley. 

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