Ein Glas Sekt zum Anstoßen oder ein Bier zum Essen: Ist Alkohol während einer Antibiotika-Therapie erlaubt? Die Antwort ist weniger strikt, als viele denken – entscheidend ist der Wirkstoff. Apothekerin Claudia Timmermann erklärt, worauf Patienten achten sollten.

Darf man Alkohol trinken, wenn man Antibiotika einnimmt? Diese Frage gehört zu den häufigsten in der Apotheke. Die kurze Antwort: Es kommt darauf an. Denn nicht jedes Antibiotikum reagiert gleich auf Alkohol.
Einige Wirkstoffe lassen sich problemlos mit kleinen Mengen Alkohol kombinieren, bei anderen kann es zu ernsthaften Nebenwirkungen kommen. Wer sicher gehen will, sollte deshalb immer den Beipackzettel lesen oder in der Apotheke nachfragen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt Antibiotika mit dem Wirkstoff Metronidazol. Hier ist Alkohol tabu. Der Grund: Metronidazol blockiert ein Enzym, das für den Abbau von Alkohol im Körper wichtig ist.
Fehlt dieses Enzym, sammelt sich giftiges Acetaldehyd an. Die Folge können starke Beschwerden sein – von Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen bis hin zu Atemnot, Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen. In solchen Fällen gilt klar: kein Alkohol während der Behandlung.
Auch bei anderen Antibiotika ist Vorsicht sinnvoll. Wirkstoffe wie Doxycyclin oder Erythromycin können durch Alkohol in ihrer Wirkung abgeschwächt werden. Das bedeutet: Die Infektion heilt möglicherweise langsamer oder das Medikament wirkt verzögert.
Für Patienten heißt das: Selbst wenn Alkohol nicht strikt verboten ist, kann es sinnvoll sein, während der Therapie darauf zu verzichten oder zumindest sehr maßvoll zu bleiben.
Menschen mit chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen sollten besonders vorsichtig sein. Diese Organe sind entscheidend für den Abbau von Medikamenten und Alkohol.
Wenn ihre Funktion eingeschränkt ist, steigt das Risiko für Nebenwirkungen deutlich. In solchen Fällen empfiehlt sich grundsätzlich: besser ganz auf Alkohol verzichten, solange Antibiotika eingenommen werden.
Nicht jedes Antibiotikum reagiert empfindlich auf Alkohol. Beim häufig eingesetzten Wirkstoff Cefuroxim konnten bislang keine relevanten Wechselwirkungen nachgewiesen werden. Trotzdem gilt: Der Körper braucht Ruhe, um eine Infektion zu bekämpfen. Alkohol kann den Organismus zusätzlich belasten und die Genesung verzögern.
Auch wenn Alkohol und Antibiotika nicht grundsätzlich unvereinbar sind, lohnt sich Zurückhaltung. Wer krank ist, schont seinen Körper am besten. Dazu gilt die einfache Regel: Im Zweifel lieber auf Alkohol verzichten – und im Einzelfall ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen.
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