Senioren

Diabetes im Alter birgt Herausforderungen

Susanne Löw  |  16.09.2023

Die Lebenserwartung steigt – das gilt auch für Menschen mit Diabetes. Eine Insulinbehandlung in hohem Alter stellt für Betroffene und ihre Angehörigen aber häufig eine Herausforderung dar. Wie können sie sich Hilfe organisieren?

Pflegerin, misst einer älteren Frau den Blutzucker.
Werden Patienten mit Diabetes älter, wird das Management der Krankheit manchmal zur Herausforderung.
© iStock.com/AlexRaths

Dank Verbesserungen in der Versorgungsqualität leben Menschen mit Diabetes immer länger. Diese gute Nachricht bedeutet aber auch, dass immer mehr von ihnen im Alter Pflege brauchen. Eine große Herausforderung für Betroffene und Angehörige. "Schlechter werdende Blutzuckerwerte und Beschwerden in den Füßen und Beinen, schlechteres Sehvermögen, erhöhter Durst oder häufiges Wasserlassen können Zeichen dafür sein, dass ein Angehöriger mit Diabetes wegen altersbedingter Einschränkungen Unterstützung benötigt", so Dr. Matthias Riedl, Diabetologe, Ernährungsmediziner
und Ärztlicher Direktor des Medicum Hamburg. "Auch wenn auffällt, dass Medikamente unregelmäßig genommen werden oder der Betroffene schnell zu- oder abnimmt, sollte man hellhörig werden."

Absprechen, kontrollieren

Betroffene und Angehörige sollten sich untereinander, mit dem Hausarzt, dem Diabetesteam und allen weiteren an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen hinsichtlich der Pflegemaßnahmen absprechen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat 2018 in einer Leitlinie angemerkt: Bei der Therapie von älteren Menschen mit Diabetes soll es vor allem um den Erhalt der Lebensqualität und das Vermeiden von Unterzuckerungen gehen. Der HbA1c-Wert spielt demnach in höherem Lebensalter eine geringere Rolle.

Hilfe von Angehörigen

Die Hilfestellung geht über die Unterstützung beim Blutzuckermessen und Insulinspritzen hinaus. "Pflegende Angehörige sollten auf eine gesunde Ernährung des Betroffenen achten, um starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Genauso wichtig sind die Einhaltung von Arzt- und Kontrollterminen sowie – sofern möglich – regelmäßige Bewegung", so Riedl. Bei einer Insulintherapie empfiehlt Riedl CGM-Geräte, die mit einem Sensor kontinuierlich Glukose messsen. "Das Diabetesteam kann so über eine Cloud die Blutzuckerkurven nachvollziehen", erläutert er. "Viele Sensoren geben zudem einen Alarm bei anstehender Hypo- oder Hyperglykämie ab, sodass schnell reagiert werden kann." Praktisch: Einige CGM-Geräte bieten eine Follow-up-Funktion, die es auch Angehörigen erlaubt, den Blutzucker auf ihrem Smartphone im Blick zu behalten.

Damit sich Angehörige sicher fühlen in dem, was sie tun, hilft eine Schulung in einer Diabetes-Schwerpunktpraxis. Riedl: "In den Schulungen werden unter anderem die Interpretation von Blutzuckerwerten, die Funktionen der Insulinpumpe, das Auslesen von Messgeräten oder das Spritzen von Insulin vermittelt." Können Angehörige die Pflege nicht (mehr) leisten, sollten sie einen Pflegedienst für das tägliche Diabetes-Management einschalten.

Für eine flächendeckend leitliniengerechte, diabetologische Betreuung in der Pflege hat die DDG eine Fortbildung zur Diabetes-Pflegekraft eingeführt. "Der behandelnde Arzt kann eine Pflegeverordnung ausstellen, die beim ambulanten Pflegedienst eingereicht werden muss, der sich um Planung und Abrechnung mit der Krankenkasse kümmert", erklärt Riedl. "Informationen zu ambulanten Pflegedienststellen findet man durch Empfehlungen vom Hausarzt oder Diabetologen, auch die Pflegekasse kann eine Liste mit regionalen Pflegediensten herausgeben."

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