E-Bike-Unfälle: Ältere Männer besonders gefährdet

Elisabeth Kerler  |  26.03.2026 13:49 Uhr

E-Bike-Unfälle nehmen zu: Besonders ältere Männer sind laut Studie häufig schwer verletzt. Welche Risikofaktoren eine Rolle spielen.

Ein älterer Mann und zwei Seniorinnen fahren mit E-Bikes einen Weg herunter. Im Hintergrund sind Berge zu sehen.
Helme sind ein sinnvoller Schutz beim E-Bike-Fahren – nicht nur bei größeren Touren, sondern auch bei Erledigungen vor Ort.
© Uwe Moser/iStockphoto

E-Bike-Unfälle führen besonders bei älteren Männern häufig zu schweren Verletzungen. Das zeigt eine Untersuchung von Unfallchirurginnen und -chirurgen des Klinikums der Technischen Universität München (TUM), die Unfallmuster und Risikofaktoren analysiert haben. Darauf weist die TUM hin.

Mehr E-Bikes, mehr Unfälle

Seit 2023 werden in Deutschland mehr E-Bikes als klassische Fahrräder verkauft – und auch die Unfallzahlen steigen. In der Studie wurden 103 verletzte E-Bike-Fahrerinnen und -fahrer erfasst, die zwischen 2017 und 2023 behandelt wurden. Auffällig: Fast die Hälfte der Fälle entfiel auf das Jahr 2023. „Wir sehen mittlerweile das ganze Jahr über deutlich mehr Unfälle mit E-Bikes“, erklärt Privatdozent Dr. Dr. Michael Zyskowski von der TUM. 

Männer mit einem Durchschnittsalter von 77 Jahren mit Hirnschäden

Mehr als ein Drittel der Betroffenen musste im Krankenhaus behandelt werden, rund zehn Prozent sogar auf der Intensivstation, fast alle mit schweren Hirnverletzungen. Bei diesen Patienten handelte es sich fast ausschließlich um Männer, schreibt die TUM, mit einem Durchschnittsalter von 77 Jahren. Keiner hatte einen Helm getragen.

Risikofaktoren verstärken sich gegenseitig

Die Auswertung zeigt typische Muster: „Gerade bei Herz- und Kreislaufproblemen helfen E-Bikes den Betroffenen, sich trotz der Einschränkungen im Alltag viel zu bewegen“, betont Zyskowski. Allerdings gilt zu beachten: „Die Unterstützungsmotoren können auch dazu führen, dass die Fahrerinnen und Fahrer nicht so schnell bemerken, wie anstrengend eine Fahrt ist, dass zum Beispiel der Zuckerspiegel in den Keller geht.“  

Gleichzeitig sind die E-Bikes mit rund 20 Kilogramm schwerer als herkömmliche Fahrräder und schwieriger zu kontrollieren. „Wir haben es oft mit einer folgenschweren Kaskade zu tun", erläutert Zyskowski. Denn hinzukommt, dass viele ältere Menschen Blutverdünner einnehmen. Diese können bei Stürzen stärkere Blutungen begünstigen. Zusammen mit fehlendem Schutz steigt so das Risiko für schwere Verletzungen deutlich.

Helm kann schwere Verletzungen verhindern

Die Unfälle passieren häufig im Alltag – etwa bei Besorgungen und Fahrten in der Stadt. Gerade deshalb unterschätzen viele das Risiko. Umso wichtiger ist der Schutz: „Mein Appell an E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrer jeden Alters ist: Tragt auf jeden Fall einen Helm – das die einfachste und effektivste Schutzmaßnahme“, ruft Zyskowski auf, und weiter: „Helme hätten vermutlich die meisten schweren Kopfverletzungen und die damit verbundenen Intensivbehandlungen verhindern können.“

Quelle: DOI 10.1016/j.injury.2025.112940

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