Ehe: Internet-Paare sind beständiger

Die Ehe von Paaren, die sich über das Internet kennengelernt haben, ist offenbar glücklicher und beständiger als die von Paaren, die sich im realen Leben über den Weg gelaufen sind. Dies berichten Wissenschaftler um den US-Psychologen John Cacioppo von der University of Chicago.

Junger Mann, dunkelhaarig mit Bart, schaut lächelnd in den Laptop auf seinen Knien
Bei etwa einem Drittel der Ehen haben sich die Paare im Internet kennengelernt.
© Minerva Studio - Fotolia

Der Erstkontakt über das Internet sei mittlerweile ein gängiger Weg, um einen Partner zu finden, schreiben die Forscher in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). So hatten in ihrer Studie, die Cacioppo für eine US-amerikanische Online-Partneragentur durchgeführt hatte, die Beziehungen von mehr als einem Drittel der Teilnehmer online begonnen. An der Umfrage hatten etwas mehr als 19.000 Personen teilgenommen, deren Ehen zwischen 2005 und 2012 geschlossen worden waren. Die Ergebnisse zeigten, dass Ehen, die sich im Internet angebahnt hatten, weniger häufig geschieden wurden als Ehen, bei denen der Funke im realen Leben übergesprungen war. In Zahlen gesprochen endeten 7,6 Prozent der "Offline-Ehen", während Ehen nach einem Online-Start nur in sechs Prozent der Fälle zerbrachen.

Auch in Sachen Ehe-Zufriedenheit schien es eine, wenn auch nur sehr kleine, Rolle zu spielen, ob das erste Treffen online oder in der realen Welt stattfand. Auf einer Zufriedenheitsskala, für die die Teilnehmer zu Eheglück, Grad der Zuneigung, Kommunikation und Liebe füreinander befragt worden waren, rangierten "Online-Ehen" bei einem Durchschnittswert von 5,64, "Offline-Ehen" bei 5,48. Wie gut eine Ehe funktioniere, hänge von vielen verschiedenen Faktoren ab, so Cacioppo. Es sei daher verständlich, dass der Ort des Treffens nur einen sehr kleinen Teil zum Eheglück beitrage und dies auch nicht für jeden gelte.

Zu den am schlechtesten funktionierenden Ehen, gehörten im Übrigen jene, bei denen sich die Partner in einer Bar, bei einem Blind-Date oder in virtuellen Welten, in denen die Spieler eine Avatar-Persönlichkeit annehmen, kennenlernten, so die Ergebnisse der Forscher.

hh

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