Im kalten Wasser weniger Schmerzen, weniger Stress
Der Sportmediziner Dr. Christopher W. McMullen von der Universität Washington ist selbst überrascht, wie populär Eisbaden mittlerweile ist. Er erklärt: „Das Eintauchen in kaltes Wasser wurde bei Sportlern gut untersucht und lindert nachweislich Schmerzen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass es die körperliche und psychische Gesundheit positiv beeinflussen kann. Zu den potenziellen Vorteilen gehören Stressabbau und Angstlinderung. Man vermutet außerdem, dass es die Blutzuckerregulierung und das Immunsystem unterstützt.“
Was Ungeübte wissen sollten
„So harmlos es auch erscheinen mag, in manchen Fällen kann das Eintauchen in kaltes Wasser gefährlich sein. Bleiben Sie nur wenige Minuten im eiskalten Wasser, besonders wenn Sie es zum ersten Mal tun“, warnt McMullen. Die niedrige Temperatur verursacht nahezu unmittelbar einen „Kälteschock“: Der Körper schüttet Stresshormone aus, und der Puls beschleunigt sich. Man schnappt nach Luft, atmet unregelmäßig und beginnt zu zittern. Die Blutgefäße der Extremitäten verengen sich, um lebenswichtige Organe warm zu halten.
Wer vorher ärztlichen Rat braucht
Die natürliche, aber heftige Reaktion des Körpers auf die Kälte führt zu einem Anstieg von Herzfrequenz und Blutdruck sowie zur Ausschüttung von verschiedenen Botenstoffen. McMullen berichtet: „Die wenigen Studien, die wir zu den gesundheitlichen Vorteilen des Eisbadens haben, deuten darauf hin, dass Menschen, die dies häufiger tun, von Vorteilen profitieren könnten.“ Menschen mit Herzproblemen, Bluthochdruck, Schilddrüsenunterfunktion oder dem Raynaud-Syndrom (einer eingeschränkten Durchblutung der Hände und Füße) sollten vor einem Winterbad aber besser ihren Arzt fragen, ob es für sie unbedenklich ist.