Hörsturz

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  20.03.2026 00:00 Uhr

Ein Hörsturz ist eine meist plötzlich auftretende, in der Regel einseitige Schwerhörigkeit ohne eindeutig erkennbare Ursache. Das Hörvermögen kann dabei innerhalb kurzer Zeit deutlich abnehmen. Häufig bessert sich der Zustand wieder, es können jedoch auch dauerhafte Hörschäden zurückbleiben.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Beim Hörsturz handelt es sich um einen akuten Hörverlust, der meist nur ein Ohr betrifft. In den meisten Fällen lässt sich keine konkrete Ursache finden. Fachleute sprechen dann von einem ungeklärten (idiopathischen) Hörsturz. Der Hörverlust kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Sie reichen von einer leichten Hörminderung bis hin zur vorübergehenden oder dauerhaften Ertaubung des betroffenen Ohres.

Symptome / Verlauf

Typisch ist ein plötzliches schlechteres Hören, das sich innerhalb von Minuten oder Stunden entwickelt. Manche Betroffene haben das Gefühl "Watte im Ohr" zu haben. Sie leiden oft zusätzlich unter Ohrgeräuschen ("Tinnitus") und einem Druckgefühl im betroffenen Ohr. In manchen Fällen zudem Schwindel auf. Der Hörverlust kann unterschiedlich stark ausfallen. Je ausgeprägter die Hörminderung zu Beginn ist, desto höher ist das Risiko, dass sich das Gehör nicht vollständig erholt. Bei vielen Menschen tritt aber innerhalb von wenigen Stunden bis zwei Tagen eine deutliche Besserung ein.

Folgen / Komplikationen

In vielen Fällen bildet sich die Hörminderung teilweise oder vollständig zurück. Bei einem Teil der Betroffenen bleiben jedoch dauerhafte Hörschäden bestehen. Auch anhaltender Tinnitus oder Gleichgewichtsstörungen können zurückbleiben und die Lebensqualität beeinträchtigen.

Ursachen / Risikofaktoren

In den meisten Fällen lässt sich die Ursache für einen Hörsturz nicht feststellen. Vermutet werden unter anderem:

  • Durchblutungsstörungen im Innenohr
  • entzündliche Prozesse, möglicherweise durch Viren
  • Autoimmunreaktionen
  • psychischer oder körperlicher Stress

Zu Risikofaktoren zählen Rauchen und hoher Alkoholkonsum, erblich bedingte Gerinnungsstörungen und einige entzündungshemmende Schmerzmittel

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Bei anhaltender oder ausgeprägter Hörminderung sollte zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden, besonders wenn zusätzlich Schwindel auftritt. Ziel der Behandlung ist es, die Erholung des Hörvermögens zu unterstützen. Häufig werden entzündungshemmende Glukokortikoide (Kortison) eingesetzt. Eine allgemein zugelassene, gezielt wirksame Therapie für den Hörsturz gibt es bislang nicht; die Behandlung stützt sich auf Erfahrungswerte. Aktuelle Studien zeigen, dass hohe Kortisondosen keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber einer Standarddosierung bringen, aber häufiger Nebenwirkungen verursachen. Deshalb wird heute in der Regel eine massvolle Dosierung empfohlen.
Das kann man selbst tun: Ist der Hörverlust nur leicht ausgeprägt und das Sprachverständnis kaum eingeschränkt, kann in Absprache mit dem Arzt auch zunächst der natürliche Verlauf abgewartet werden. Schonung, Stressreduktion und der Verzicht auf Lärm können in dieser Phase sinnvoll sein. Treten neue Symptome auf oder verschlechtert sich das Hören, sollte erneut ärztlich abgeklärt werden.Quellenangabe:
Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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