Jugendsexualität 2025: Jugendliche warten länger und verhüten

Elisabeth Kerler  |  23.01.2026 07:55 Uhr

Jugendliche lassen sich Zeit und entscheiden bewusst. Die Jugendsexualitätsstudie 2025 gibt Einblicke in Erfahrungen, Gespräche und Schutz.

Jugendliches Paar küsst sich im Bett. Beide tragen Kleidung.
Jugendliche und junge Erwachsen gehen verantwortungsbewusst mit ihrer Sexualität um: Sie warten länger und verhüten häufiger.
© zamrznutitonovi/iStockphoto

Jugendliche in Deutschland werden heute später sexuell aktiv als noch vor einigen Jahren. Das zeigt die aktuelle Studie „Jugendsexualität“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Während 2019 viele junge Menschen bereits mit 17 Jahren erste sexuelle Erfahrungen gemacht hatten, liegt das Alter heute häufiger bei 19 Jahren. Auch der erste Kuss findet im Durchschnitt später statt.

Für die Studie hatte das BIÖG mehr als 5.800 Personen im Alter von 14 bis 25 Jahren im Frühjahr und -sommer 2025 befragt. 418 Befragte gaben eine (vorwiegende) homosexuelle oder bisexuelle Orientierung an. 

Erstes Mal meist geplant und in Beziehung

Die Ergebnisse machen deutlich: Für viele Jugendliche ist Sexualität eine bewusste Entscheidung. Der erste Sex findet meist in einer festen Beziehung oder mit einer gut bekannten Person statt. Rund zwei Drittel der Befragten gaben an, dass der Zeitpunkt für sie „gerade richtig“ war. Häufige Gründe fürs Warten sind, dass „der oder die Richtige“ noch fehlte, man sich zu jung fühlte oder zu schüchtern war.

Sichere Verhütung ist selbstverständlich

Beim Thema Verhütung zeigen sich Jugendliche besonders verantwortungsbewusst. So sprechen in knapp neun von zehn Beziehungen junge Menschen selbstverständlich über Verhütung. In mehr als zwei Drittel thematisieren sie auch den Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen. Nur sechs Prozent gaben an, beim ersten Sex nicht verhütet zu haben. Das Kondom ist dabei das am häufigsten genutzte Verhütungsmittel. 

Internet verliert an Bedeutung als Quelle zu Sexualkunde

Sexualaufklärung spielt dabei eine zentrale Rolle. Für die Mehrheit der Jugendlichen ist der Schulunterricht die wichtigste Informationsquelle zu Sexualität und Verhütung. Auch Eltern und Lehrkräfte gewinnen als Ansprechpersonen weiter an Bedeutung. Das Internet wird zwar weiterhin genutzt, doch Aufklärungs- und Beratungsseiten gelten als deutlich vertrauenswürdiger als soziale Medien oder KI-generierte Inhalte.

Faktenbasierte Aufklärung in Schule, Elternhaus, Praxen und mehr

„Die Ergebnisse zeigen deutlich: Junge Menschen lassen sich heute generell mehr Zeit und treffen bewusste Entscheidungen, wenn es um Sexualität geht“, schlussfolgert Mechthild Paul, stellvertretende Leiterin des BIÖG. Sie ist der Meinung: „Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis kontinuierlicher und faktenbasierter Aufklärung − in der Schule, im Elternhaus, in Beratungsstellen, in ärztlichen Praxen und durch unsere Angebote.“ 

Quelle: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit 

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