Kaffee hat positive und negative Effekte auf die Gesundheit

ZOU | 19.11.2021

Bei koffeinhaltigem Kaffee lässt sich nicht eindeutig sagen, ob er gesundheitsschädlich oder fördernd ist, denn beides scheint der Fall zu sein: Einerseits bringt er das Herz zum Stolpern und verkürzt den Schlaf, andererseits erhöht er die körperliche Aktivität. Dies berichteten Forscher auf der virtuellen Jahrestagung der Amerikanischen Herzgesellschaft.
Kaffee kann den Schlaf stören, auf der anderen Seite aber auch die körperliche Aktivität steigern. image.originalResource.properties.copyright

An Tagen, an denen die Studienteilnehmer Kaffee tranken, nahm die Anzahl unnormaler Herzschläge um 54 Prozent zu, und es kam auch häufiger zu Herzrasen. Zudem schliefen sie 36 Minuten weniger pro Nacht. Aber Kaffee hatte auch positive Effekte: Teilnehmer, die Kaffee tranken, gingen täglich über 1.000 Schritte mehr als an Tagen, an denen sie auf Kaffee verzichteten.  Jede konsumierte Tasse Kaffee war mit einem Plus von knapp 600 Schritten pro Tag und einem Minus von 18 Minuten Schlaf pro Nacht verbunden. Auch die erbliche Veranlagung spielte eine Rolle: Studienteilnehmer mit einem schnelleren Koffeinstoffwechsel hatten mehr unnormale Herzschläge, während Personen mit einem langsamen Koffeinstoffwechsel mehr Schlaf einbüßten. Auf den Blutzuckerspiegel wirkte sich der Kaffeekonsum nicht aus.

„Mehr körperliche Aktivität, die durch den Kaffeekonsum ausgelöst zu werden scheint, hat zahlreiche gesundheitliche Vorteile, wie ein geringeres Risiko für Typ-2-Diabetes und mehrere Krebsarten, und ist mit einer längeren Lebensdauer verbunden“, sagte Prof. Dr. Gregory Marcus von der Universität California in San Francisco. „Andererseits ist reduzierter Schlaf mit einer Vielzahl von negativen Folgen für die Psyche, die Nerven und das Herz-Kreislauf-System verbunden. Häufigere abnormale Herzschläge begünstigen das Auftreten von Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz.“

Das Forschungsteam hatte 100 erwachsene Freiwillige mit Fitnesstrackern, EKG-Geräten und Blutzuckersensoren ausgestattet. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip für zwei Wochen gebeten, Kaffee an jeweils zwei aufeinanderfolgenden Tagen entweder zu vermeiden oder zu trinken. Aus Speichelproben wurden Erbgutanalysen angefertigt und Rückschlüssel auf den Koffeinstoffwechsel gezogen.